Folge 15: „Frühgeburt: Schritt für Schritt zur Familie“

Shownotes

Plötzlich Frühchen-Eltern – Das kleine große Kämpfen:

Ihre Erfahrungen haben Sandra Haas dazu bewegt, ein Buch für andere Frühchenfamilien zu schreiben: „Plötzlich Frühchen-Eltern – Das kleine große Kämpfen“ ist ein Herzensprojekt.

In ihrem Buch mit dem Vorwort von Prof. Dr. med. Matthias Keller (Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Kinder & Jugendliche; Kinder- und Jugendarzt / Neonatologe der Kinderklinik Dritter Orden Passau) verbindet Sandra Haas persönliche Erfahrungen, verständliches Fachwissen und Stimmen von 105 Frühcheneltern. Es soll Orientierung geben und zeigen: Ihr seid mit euren Fragen und Gefühlen nicht allein. Ein Buch für Frühcheneltern und alle, die sie begleiten möchten.

Zum Buch: https://amzn.eu/d/09aLqH97 Instagram: @sandrahaas.books

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Website: https://www.ronaldmcdonaldhaus.de/ Alle Ronald McDonald Häuser: https://www.ronaldmcdonaldhaus.de/wie-wir-helfen/ronald-mcdonald-haeuser/ Instagram: @ronaldmcdonaldhaus.de, ronaldmcdonaldhaus_passau Facebook: @ronaldmcdonaldhaus.de, @ronaldmcdonaldhaus.passau

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ZimmerMitAussicht #Mutmachgeschichten #RonaldMcDonaldHausDeutschland #Frühchen #Frühgeburt #Frühcheneltern #Paar #Familie

Transkript anzeigen

00:00:01: Am fünften

00:00:02: November ist der Welttag des Frühchens.

00:00:05: Rund sechzigtausend Kinder kommen in Deutschland jährlich zu früh auf die Welt und zweit davon sind die Zwillinge von Sandra und Philipp.

00:00:16: Die beiden, also diesmal Mama und Papa, sind zu uns ins Studio gekommen um uns von ihrem schweren Weg zu erzählen.

00:00:24: Von Prognosen und Wahrscheinlichkeiten, dass ihre Zwillinge entweder schwer beeinträchtigt auf die Welt kommen oder sogar gar nicht überleben bis hin zu dieser Fähigkeit, die sie zum Glück am Ende erlangt haben... ...die Entscheidung selbst zu treffen und vor allen Dingen auf ihr Bauchgefühl zu hören!

00:00:41: Wie Sie diese schwere Zeit gemeinsam als Team gemeistert haben, warum es achtundvierzig Menschen im Kreißsaal gebraucht hat, um die Zwillingee auf die welt zu bringen.

00:00:51: wie sie auch die Zeit im Ronald McDonald-Haus verbracht und erlebt haben.

00:00:55: All das und mehr erzählen Sie uns in dieser Folge.

00:01:01: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Zimmer mit Aussicht, dem Podcast der McDonald's Kinderhilfestiftung!

00:01:07: Ja wir haben schon hier viele bewegende Mutmachgeschichten erzählt bekommen von Familien deren Leben sich von einem Moment zum anderen völlig auf den Kopf gestellt hat aufgrund der Diagnose einer schweren oder vielleicht sogar lebensbedrohlichen Krankheit ihrer Kinder.

00:01:24: Bis jetzt war es immer so, dass hier am Tisch dann die Mütter saßen und uns von dieser Zeit erzählt haben.

00:01:30: Heute ist das finde ich eine besondere Folge denn wir haben beide Elternteile hier sitzen also Mama und Papa, die uns gemeinsam von ihrer Familiengeschichte, von ihrer Verletzlichkeit, von ihren Hoffnungen erzählen und zwar als Team!

00:01:45: Und deshalb herzlich willkommen an Sandra und Philipp Haas.

00:01:49: Schön, dass ihr hier seid.

00:01:50: Danke, dass wir hier sein dürfen.

00:01:51: Ich könnte jetzt sofort einsteigen, weil natürlich haben wir schon einen Vorgespräch geführt.

00:01:58: Und trotzdem ist es immer so bei uns in dem Podcast wenn ihr vielleicht hier und da mal gehört und verfolgt habt hoffentlich dass wir ja das andersrum machen.

00:02:06: nicht ich gebe den ersten Impuls sondern meine Gäste und deshalb habt ihr hoffentlich auch ein Foto mitgebracht.

00:02:13: So startet das bei uns immer!

00:02:14: Mit dem Foto steigen wir dann wahrscheinlich mitten rein in eure Geschichte und wir sind sehr gespannt was ihr mitgebracht habt.

00:02:21: Ich muss gestehen, wir konnten uns nicht so richtig entscheiden.

00:02:24: Wir haben zwei Fotos dabei.

00:02:26: bei zwei Kindern darf man zwei Fotost mitbringen aber wir würden mit diesem Foto gerne starten.

00:02:31: auf dem Foto siehst du uns wie wir damals noch oft der Neonatologie das ist die Kinderintensivstation relativ kurz nach der Geburt.

00:02:39: da waren die Kinder ich meine drei oder vier Tage erst alt und Dieses Bild ist für uns ganz besonders in Erinnerung geblieben, weil wir zusammen beide jeder ein Kind auf der Brust haben.

00:02:50: Du siehst hier noch die Schläuche und die Beatmungsschläuche.

00:02:52: Hier sieht man was da alles an Technik dahinter steht das wir als Eltern nicht leisten können.

00:02:57: Was wir aber konnten war... da zu sein und die Kinder auf unserer Brust zu tragen, wenn sie schon nicht mehr im Bauch sein können.

00:03:04: Und das haben wir an jedem Tag für vier Stunden jeweils, also insgesamt acht Stunden mindestens gemacht und immer zusammen.

00:03:11: Auf dem Bild haben wir uns gesagt, wir müssen es jetzt mal auf den Foto festhalten weil man vergisst die Momente so schnell und zur Corona-Zeit noch mit Maske in diesem Fall aber man sieht wie wir uns an den Händen halten und gemeinsam hoffen dass der alles gut wird.

00:03:27: Zu dem Zeitpunkt wussten wir's ja noch nicht.

00:03:29: Ein sehr schönes Bild, weil es strahlt genau das aus was ich hier sehe.

00:03:32: Wenn ich euch angucke eben so diese Einigkeit ja diese Kraft als Paar dieser Zusammenhalt und auch ehrlich gesagt bei dir Philipp in deinen Augen sieht man zumindest Zuversicht und ein Stück weit Glück, weil eure beiden Kinder da über euch ganz nah liegen und ihr guter Dinge seid War ja nicht immer so, weil eure Geschichte... Und jetzt müssen wir dann bzw.

00:03:55: schauen uns das zweite Foto gleich an bevor wir zurück rudern.

00:03:57: Genau, zeig mal was du noch mitgebracht hast.

00:04:00: Wahnsinn!

00:04:00: Da kann

00:04:01: man so ein bisschen erkennen wie klein unsere Töchter waren als sie auf die Welt gekommen sind.

00:04:06: Sie hatten ja achthundert Gramm und eintausend Einhundert Gramm.

00:04:10: Das heißt hier siehst Du meinen Daumen.

00:04:12: der ist dicker als der Arm unserer jüngeren Tochter.

00:04:16: Zeig mal bitte deinen Daumen jetzt mal schnell.

00:04:19: Es ist Wahnsinn Unglaublich in die ganze Hand und fast wirklich nur die obere Daumenkuppe.

00:04:24: Ja, man kann sich das kaum vorstellen wie klein sie auf die Welt kommen.

00:04:29: Okay also das sind auf jeden Fall zwei Fotos, die bei euch sicherlich jedes mal wenn ihr sie anschaut für wahnsinnig viele Emotionen und Unterinnerungen und Bilder sorgen.

00:04:38: Danke für das mitbringen denn das bringt uns genau eben dahin zu eurer besonderen Geschichte, zu ihrer besonderen Mutmachgeschichte.

00:04:45: Die ihr uns heute erzählen wollt was ich ganz toll finde.

00:04:48: und dafür müssen wir jetzt erstmal zurückspringen bevor die beiden Mäuse in Anführungszeichen dann auf die Welt geholt wurden.

00:04:56: Sandra du erzählst vielleicht erst mal wie es angefangen hat.

00:05:00: Ihr habt euch irgendwann mal Kinder gewünscht, dann war's soweit, du bist schwanger geworden und wie ging's weiter?

00:05:06: Starten wir von dort!

00:05:08: Wir waren überglücklich total überwältigend zu wissen dass da ein kleines Baby damals dachten wir erstes eins im Bauch heran wächst und haben dann hingefiebert auf den ersten Frauenarzttermin.

00:05:18: und dort hat man gesagt ja also bisher sehe ich zwei Herzen schlagen und wir haben gar nicht glauben können das da jetzt zwei Babys da sind und die erste Überraschung hatten nämlich dass es zwei sind.

00:05:28: Und gleich danach hat man uns gesagt, dass wahrscheinlich aber nur eins überleben wird.

00:05:31: Weil zu dem Zeitpunkt stand im Raum das Mono-Mono Zwillinge sind.

00:05:35: Das heißt Kinder die sich als Zwillinge auch die Fruchtblase teilen und da ist die Überlebenschancen nicht ganz so groß.

00:05:43: wir waren aber nach wie vor natürlich erst mal glücklich dass es zwei sind und haben dann gehofft solange wie möglich Eltern von Zwillingen werden zu können.

00:05:52: Als ich das gesagt wurde, das muss aber trotzdem erst mal ein großer Schock gewesen sein.

00:05:57: Kannst du dir hier erinnern was wie sich das angefühlt hat?

00:06:00: Ist da der Boden erstmal unter deinen Füßen weggegangen oder unter euren?

00:06:03: Wie geht man jetzt sowas um?

00:06:05: Du machst dir die ganze Zeit natürlich Gedanken und fragst dich was ist für dich... Für Auswirkungen hat?

00:06:11: was könnte passieren, wenn das eine Kindes nicht schaffen könnte oder wenn man eines verlieren sollte.

00:06:14: Was hat es dann für eine Auswirkung fürs zweite Kind?

00:06:17: Was hat das für uns für eine Auswirkung?

00:06:19: und so haben wir eigentlich nur von Woche zu Woche auf nächste Arzttermine hingefiebert und geschaut dass man mehr erkennen kann, sodass man auch ein bisschen mehr Gewissheit geben kann.

00:06:29: Und diese Monomonodiagnose hat sich ja dann relativ bald nach ein paar Wochen auch nicht bestätigt, reguläre Zwillinge eigentlich freuen konnten.

00:06:41: und dann kamen die nächsten Diagnosen oder die nächsten Geschichten von den Ärzten, die uns weniger Mut gemacht hatten.

00:06:49: Wie kann man sich das vorstellen?

00:06:51: Jetzt gerade bei euch als Paar ... Jeder geht da anders mit so was um, wart ihr sofort zusammen und habt angefangen euch gemeinsam keine Ahnung, informieren und alles Mögliche durchzulesen.

00:07:05: Leute zu kontaktieren oder zu befragen... Weiß ich nicht!

00:07:08: Vielleicht der eine zieht sich vielleicht zurück?

00:07:09: Der andere macht es proaktiver.

00:07:11: Wie war das bei euch?

00:07:12: Wie seid ihr mit der Situation umgegangen?

00:07:14: Habt ihr euch erst mal alle möglichen Studien reingezogen?

00:07:16: Oder was macht man da?

00:07:18: Wir hatten zunächst unterschiedliche Rangehensweisen.

00:07:21: Philipp ist ein Mensch, der für mich besonders stark sein will versucht hat, sehr positiv zu sein und mir auch gesagt hat ich soll jetzt bitte mit dem googeln aufhören weil es bringt ja nix.

00:07:33: Und ich bin vom Typ jemand... Ich will was tun!

00:07:36: Ich muss wissen welche Optionen wir haben.

00:07:38: Ich muss verstehen wer ist da jetzt ein Spezialist für genau die Variante?

00:07:41: Eines unserer Kinder ist ja nicht mehr weitergewachsen in der relativ frühen Woche.

00:07:45: Es war nicht ganz klar ob's.

00:07:48: also Ich sag das immer, es war nicht ganz klar bei der Klare Rat.

00:07:51: Der Fachexperten war unsere kleinere Tochter abzutreiben im sechsten Monat um ... Das Überleben des anderen Kindes zu sichern oder eben um zu verhindern, dass beide schwerst beeinträchtigt auf die Welt kommen.

00:08:03: Und wenn man so eine Entscheidung treffen muss dann habe ich das Bedürfnis nach vielen Informationen.

00:08:08: Das heißt wir haben uns schon... Ich hab mir vor allem viele Studien angeschaut und ich habe mich informiert welche Ärzte es gibt mit wem man sprechen kann, welche Fallstudien gerade in der Prüfung sind auch weltweit und habe versucht mir da ein bisschen diese Prozentzahlen, die kalt klingen weil du hast dann über Lebenschance von.

00:08:26: Das sind Zahlen erst mal und für Experten natürlich auch nur Nummern, aber für uns ist das einfach die Überlebens Chance unserer Kinder.

00:08:32: Und da wollten wir schon sehr genau wissen was wir tun können und was funktioniert und worauf wir uns einstellen müssen.

00:08:38: Jetzt wenn wir schon den Papa hier sitzen haben ja und wir Männer sind ja dann immer so diejenigen sagen nee alles gut und so Schatz ja man will ja habe ich auch gerade gesagt man möchte stark sein.

00:08:48: jetzt aber mal Hand aufs Herz wenn du schon hier sitzt.

00:08:50: war das denn wirklich so dass du diese Kraft und Stärke aufbringen konntest.

00:08:55: Und ihr weniger, also kann man ja nicht sagen, weniger Sorgen macht das.

00:08:58: aber wie bist du denn damit umgegangen?

00:09:00: gut?

00:09:00: Deine Frau hat es gerade gesagt sie hat viel gegoogelt und wie hast du's für dich emotional verpackt?

00:09:06: Ja ist schwierig.

00:09:07: ich würde auch sagen ich bin ehrlicherweise nicht ganz richtig mit der Situation umgegangen weil das was ich gemacht habe ist ich hab mir selber die Vorfreude genommen auf zwei Kinder aus der eigenen Position sich selber nicht zu sehr zu verletzen für den Fall dass doch irgendwas passieren sollte.

00:09:22: Und im Nachhinein betrachtet, ist es die falsche Entscheidung gewesen.

00:09:26: Weil wenn jetzt mal ganz ehrlich gesprochen, wenn's wirklich was Schlimmes passieren würde, kann man sich danach immer noch ärgern traurig sein, wütend sein wie auch immer.

00:09:36: Aber was man sich nimmt ist eigentlich die Vorfreude auf die Kinder, die im Bauch einfach vor sich hinwachsen und ... Ich hab das dann irgendwann etwas verspätet, auch für mich realisiert und hab versucht an mir zu arbeiten.

00:09:46: Mich auf das zu freuen, was da ist.

00:09:48: Und nicht nur der starke Paar zu sein, der allen gut zu redet, sondern eben auch sich selber mutzureden, dass alles gutgehen wird.

00:09:57: Weil ich denke die eigene Einstellung wie man zu den Kindern im Bauch mit wem man damit umgeht hat eine große Auswirkung auf einen selber.

00:10:07: Da bin ich überzeugt davon, hat wiederum ne Auswirkungen darauf wie der Fortschritt der Schwangerschaft ins Positive verlaufen kann.

00:10:14: Und man muss noch sagen, wenn ich das ergänzen darf ... Philipp hat als ich schwanger wurde gesagt, er wünscht sich so sehr seinen Kindern oder seinem Kind damals noch, Waldo und die Marzipan-Kartoffel vorzulesen.

00:10:25: Das ist nämlich das Buch seiner Kindheit!

00:10:28: Waldo &

00:10:28: die Marzi Pernkartoffeln?

00:10:29: Ein

00:10:30: spannendes Abenteuer.

00:10:32: Ist ein ganz altes Buch und es super schwer zu bekommen heutzutage.

00:10:36: Ich hatte psychologische Unterstützung mir helfen lassen und hatte aber das Gefühl, Philipp nicht helfen zu können.

00:10:44: Und dann hatte ich irgendwann die Idee auf eBay, das Buch zu ersteigern.

00:10:48: Ich habe ihm das gegeben und er hat es ab da immer wieder den Zwillingen im Bauch vorgelesen und dadurch den Bezug wieder so ein bisschen bekommen, dass er jetzt Papa wird.

00:10:56: Auch wenn's schwierig ist sind das seine Babys.

00:11:00: Weil unsere Kinder sind haben wir ihnen recht schnell einen Namen gegeben.

00:11:03: auch wo es geheißen hat braucht man nicht weil schaffen sie wahrscheinlich nicht.

00:11:06: Wir haben immer gesagt Wenn eins stirbt Es ist von der Woche an unser Kind und ein Kind braucht für uns einen Namen, darum haben beide recht früh einen Namen bekommen.

00:11:16: Wahnsinn!

00:11:17: Was für eine schöne Geschichte auch zu sehen, dass ihr beide so Acht gebt aufeinander ja?

00:11:24: Und du dann die das Bewusstsein sofort hast und gesehen hast, dass Philipp das braucht, ist schon toll.

00:11:31: Für dich wahrscheinlich wahnsinnig emotional als du das gelesen hast.

00:11:34: Absolut,

00:11:34: also dass sie sich das gemerkt hat dann auf mich damit zugekommen ist, war sehr eine große Überraschung und habe mich sehr gefreut.

00:11:43: Okay das heißt also da sind Zwillinge im Bauch ja Kinder die euch natürlich sehnlichst gewünscht habt.

00:11:50: und dann kriegt man so eine Prophezei- und Diagnose und ihr seid sozusagen in der Zeit erst mal wie soll ich sagen immer so in so einer Art Schwäbe gewesen oder?

00:12:02: Verscheinlichkeiten, Prozentzahlen.

00:12:05: Nichts mit dem man wirklich was anfangen kann und beruhigen könnte.

00:12:08: Kanntet ihr überhaupt jemals so eine Hilflosigkeit?

00:12:14: Wie ihr sie da wahrscheinlich dann verspürt habt, habt ihr sowas schon mal erlebt?

00:12:17: oder war das ein Gefühl, wo ihr gesagt habt ... Boah ich weiß gar nicht, was Sie tun soll.

00:12:21: Ich weiß gar nichts, was gerade passiert!

00:12:24: Wir leben in einem fortschrittlichen Zeitalter.

00:12:27: Wir leben mitten in Deutschland und mir war nicht bewusst dass es Dinge gibt die man nicht tun kann, um zu helfen.

00:12:34: Es war völlig neu das Ärzte gesagt haben wir müssen halt die vierundzwanzig Wochen schaffen.

00:12:38: davor können wir fast nichts tun.

00:12:40: mittlerweile geht die zwanzigste Woche aber auch mit Einschränkungen und dass man da im Bauch zwei Babys trägt denen man alles Geld der Welt geben würde jede Medizin würden überall hinfahren Wir wären so jedem Experten geflogen.

00:12:53: Aber wir hatten gar keine Wahl.

00:12:54: wir mussten einfach hoffen und warten Dass sie es irgendwie schaffen über diese magische Grenze.

00:13:00: Das heißt Jeder Tag, wenn ich das richtig verstehe.

00:13:03: Der noch verging quasi mit den beiden Mäusen im Bauch war ein gewonnener Tag.

00:13:08: dann ja, oder?

00:13:09: Absolut!

00:13:10: Man muss es vielleicht so nochmal erklären wir waren bei einem Prenataldiagnostiker der uns immer wieder untersucht hat und meine Freundinnen die schwanger sind die waren alle paar Monate mal beim Arzt und haben Ultraschallbild bekommen und das wars.

00:13:22: Und wir wurden pro Woche drei bis vier Mal in verschiedenen Krankenhäusern oder Spezialisten oder Prenataliagnostikern untersucht.

00:13:30: An uns wurde auch in München im Krankenhaus quasi den jungen Studenten erklärt an unserem Beispiel, was da gerade passiert und dass das jetzt für die Mutter natürlich traurig ist.

00:13:39: Weil das werden sie nicht schaffen.

00:13:40: aber für die Studenten war es interessant zu sehen wie sich das dann in echt außerhalb dieser Lehrbücher verhält.

00:13:46: wenn man eben ein eigen Zwillinge hat diese Disposition haben?

00:13:50: Und wenn man nur von Arzttermin zu Arzttermine rechnet und die erste Frage beim Arzt immer war schlagen noch beide Herzen Ja, hat man einfach Angst.

00:14:08: Und an der Stelle kann man gar nichts als Außenstehender sagen, wenn man gar nicht weiß wie sich das anfühlt.

00:14:12: Also absolute Hilflosigkeiten, Gefühl dass ihr nicht kannte natürlich auch Angst und dann natürlich auch dieses ständige von Arzt zu Arzt gehen unterschiedlichste Diagnosen pro Gnosen zu bekommen.

00:14:26: Wie habt ihr denn den Grasheim gefunden sag ich mal?

00:14:28: An dem wir euch festhalten können weil er gesagt wird Wir spüren, dass das Richtige ist.

00:14:33: Den Weg müssen wir gehen und nicht den Rat des anderen Arzes, der dann sagt, überlegen Sie sich mal ob sie als zweites Kind besser abtreiben?

00:14:41: Also wo habt ihr die Lösung für eure Situation gefunden in der ihr einfach nie weiter rustet?

00:14:47: Ja also wir haben ja auch mit unseren engsten Freunden natürlich über unsere Situation logischerweise auch gesprochen Und da sind wir sehr dankbar, dass sehr enge Freunde von uns gute Kontakte haben wiederum zu Freunden von denen eben als Kinderärzte in der Kinderklinik in Passau gewesen sind.

00:15:05: Und uns einen Zerts gelegt hat, geht doch mal dahin und lasst euch das mal da anschauen!

00:15:09: Die haben ein sehr ausgefallenes besonderes Konzept was vielleicht abweicht von anderen Konzepten die wir sonst so bis dahin auf der Reise kennengelernt haben.

00:15:17: Wir waren halt eben an dem Punkt wo wir gesagt haben uns ist nichts zu weit und kein Aufwand zu groß wenn es darum geht dass wir sicherstellen können dass wir mit den Kindern hier gesund leben können.

00:15:29: Und mittlerweile sind die Ärzte, die uns das empfohlen hatten, auch Kinderärzte von unseren Kindern geworden.

00:15:35: Weil sie in der Nähe von Augsburg ihre Praxis haben und dann nach Passau gefahren, weil sie wie gesagt vorher Kinderärzte waren und haben uns das Konzept eben angeschaut.

00:15:46: Was wir da vorgefunden haben war einfach sehr besonders und etwas was wir so in dieser Form noch nicht gekannt haben.

00:15:52: Das ging los damit mit der Schwangerschaft an sich... umgegangen wird, mit welcher Offenheit man das Thema betrachtet auch.

00:15:59: Mit welcher Routine teilweise aber Routine in Verbindung mit einer Einfühlsamkeit die wir vorher noch nicht kannten?

00:16:05: Wir waren vorher oder die Schwangerschaft war vorher geprägt von Statistiken und prozentualen Wahrscheinlichkeiten von wie sich was wann wo entwickeln könnte oder eben nicht Und man hat uns an der Stelle einfach Mut und Hoffnung gemacht und gesagt es kann auch ganz anders rauslaufen weil wir ein Konzept haben dass Abweichend von allen anderen Konzepten irgendwo in Deutschland halt einfach auch ist und konnten das dann auch statistisch belegen.

00:16:28: Und da haben wir gesagt, okay darauf lassen wir uns eben ein und wenn es zur Folge hat dass wir die nächsten Monate nicht daheim sind, dann ist es uns das Wert und dann sind wir eben diesen Weg gegangen.

00:16:40: Als wir schwanger wurden sind wir gefühlt wie in so einen Karussell eingestiegen, dass sich immer schneller gedreht hat und wir hatten weder die Möglichkeit zu steuern was jetzt als nächstes passiert, ob es uns grad noch gut geht.

00:16:51: Man muss halt irgendwie einfach durchziehen und dranbleiben.

00:16:55: Als wir in Passau zur Oberärztin kamen ... Was sie die erste, die gesagt hat, okay, ich hatte einen Ordner voller Dokumente dabei von allen Untersuchungen, was wir aufbewahrt hatten und jede Messung.

00:17:07: Sie hat gesagt, ich schaue mir das später an.

00:17:09: Jetzt würde ich gerne wissen, wie geht's Ihnen denn?

00:17:11: Wie fühlen Sie sich?

00:17:12: Gehts Ihren Kindern den Gut im Gefühl nach?

00:17:14: Ich war gar nicht in der Lage, das zu beantworten.

00:17:17: total verlernt habe, darauf zu hören wie es mein Bauch gerade geht.

00:17:21: Und sie hat wirklich gefühlt so die Bremse reingehauen und gesagt okay jetzt werden wir wieder aktiv.

00:17:27: Jetzt treffen wir gemeinsam Entscheidungen.

00:17:28: Jetzt geht's nicht mehr um Wahrscheinlichkeiten weil das sind nur Zahlen.

00:17:32: ihr seid auch keine Nummer sondern ihr seid werdende Eltern.

00:17:35: herzlichen Glückwunsch!

00:17:36: Ihr bekommt wahrscheinlich Zwillinge.

00:17:37: und wie schön bei all der medizinischen Notwendigkeit und diesen ganzen Studien die es gibt was sie so menschlich, dass wir wieder verstanden haben.

00:17:46: Stimmt!

00:17:46: Wir werden Eltern und können die Entscheidung treffen.

00:17:48: Und wir können aus dem Karussell aussteigen und jetzt selber entscheiden, was der nächste Schritt ist.

00:17:53: Und zwar ohne schlechtes Gewissen und auch in diesem Wissen, dass egal, was wir jetzt entscheiden das Ganze super gut oder eben auch super schlecht ausgehen kann.

00:18:03: Sie hat uns bewegt, so eine Entscheidung auch treffen zu können und gemeinsam mit ihr dann zu entscheiden wie viel Wochen, wie viele Tage schaffen wir es die Kinder noch in mir drin zu behalten.

00:18:13: Und ab welchem Tag müssen wir sie holen?

00:18:15: Weil das Risiko für den Verlust beider Kinder oder die große Beeinträchtigung einfach zu groß wird.

00:18:20: Das heißt, Ihr wart am Anfang eher ein bisschen ein Landführungszeichen fremdgesteuert von all den Ärzten und Prognosen und Diagnosen bis hin... dann, dass ihr selber mal der Steuer in die Hand wieder genommen habt.

00:18:32: Hat sich das für dich nicht komisch angefühlt?

00:18:35: Weil bei all dem was man da so gesagt bekommt du hast dich ja... So habe ich es jetzt verstanden gut gefühlt oder?

00:18:41: Du hast wahrscheinlich jetzt nicht das Gefühl gehabt, da stimmt irgendwas vom anatomischen Gefühl.

00:18:46: Sondern es muss total strange sein wenn Leute sagen, dass und das passiert oder kann passieren.

00:18:52: Da ist los mit den Kindern und du hast das Gefühl aber ich führe das alles nicht was die da sagen.

00:18:56: Für mich ist alles in Ordnung.

00:18:57: Das war die große Herausforderung, weil wir hatten ja keine Diagnose, die gesagt hat ihr Kind stirbt.

00:19:03: Das war nie der Fall.

00:19:04: es hieß immer wahrscheinlich wird das und das passieren.

00:19:07: Wahrscheinlich werden sie's nicht schaffen.

00:19:09: wahrscheinlich müssen sich darauf einstellen dass Und ich habe irgendwann einfach versucht mich frei zu machen von diesem Gefühl krank geredet zu werden.

00:19:18: Man selber fühlt das ja nicht.

00:19:19: unstand jetzt und stand heute.

00:19:21: Und es war auch immer der zentrale entscheidende Punkt für unsere Entscheidung, war heute fühle ich mich gut!

00:19:27: Heute habe ich das Gefühl, ich hab beide gespürt.

00:19:29: die Werte sind in Ordnung wir schaffen nochmal einen Tag und jeder einzelnen Tag ist für so ein Kind in diesem frühen Alter ja unglaublich wichtig.

00:19:38: und von daher Es fühlt sich komisch an, weil man das Vertrauen in die Ärzte und in die Medizin hat.

00:19:43: Und hofft, dass sie einen Wundermittel geben, womit jetzt alles gut wird.

00:19:47: Aber realisiert es gibt's nicht, sondern wir müssen hoffen ... Man braucht beides.

00:19:51: Die gute Versorgung aber eben auch dieses Gefühl und nicht auszudenken was gewesen wäre wenn wir einfach auf den ein oder anderen Rat gehört hätten.

00:19:59: Jetzt nur ein Kind auf die Welt gebracht hätte.

00:20:01: Das stelle ich mir auch ... Häftig vor, wenn ihr jetzt eure Kinder anschaut und euch überlegt wie es hätte ausgehen können.

00:20:08: Das ist schon krass!

00:20:10: Also zum Glück habt ihr dann sozusagen diese Ärztin ja auch getroffen und auch den Rat befolgt, die euch an Steuer gesetzt, wenn man so sagen möchte... Und dann?

00:20:18: Wie habt ihr die Entscheidung getroffen, eure Mädels dann zu holen?

00:20:22: Ihr zwei oder zur dritten mit der ÄrztInnen?

00:20:25: Oder wie ist diese Entscheidung gefallen?

00:20:27: Sandra wurde ja eigentlich fast täglich untersucht.

00:20:33: Das hat alles immer im engen Zusammenspiel stattgefunden zwischen Klinikum und Kinderklinik.

00:20:38: Wir haben uns sowohl auf der einen Seite die Schwangerschaft untersuchen lassen, aber auch die Erstversorgung den noch nicht geborenen Kinder.

00:20:46: Aber damit wir ein Gefühl dafür haben, was bedeutet das dann eigentlich?

00:20:50: Da waren wir im engem Austausch mit den Kinderärzten, die uns schon an die Hand genommen hatten, muss man sagen.

00:20:57: Bis zu dem Zeitpunkt ist jeder Tag extrem wichtig Und ab da macht eine Woche hin oder her jetzt nicht mehr den riesigen Unterschied.

00:21:08: Das war so ein bisschen der Punkt, wo wir dann auch ins Überlegen gekommen sind und gesagt haben, wir können es gut und gewissens rauszögern und sagen, wir nehmen jeden weiteren Tag oder jede weitere Woche tatsächlich mit, ehe wir dann gesagt haben okay jetzt ist das Risiko nicht mehr im Verhältnis stehen zu den Chancen die wir haben wenn wir diese Kinder holen würden.

00:21:31: Das war dann eine gemeinsame Entscheidung, wo wir in keiner Weise gedrängt worden sind.

00:21:36: Sondern wie die getroffen haben für uns und in enger Abstimmung natürlich auch mit den Ärzten, die uns unterstützt haben in unsere Entscheidungen, wie wir uns da halt einfach auch fühlen.

00:21:47: Ja das war dann, wie gesagt gemeinsam der Weg.

00:21:49: So muss man dazu sagen dass du ja davor schon einige Wochen... in der Klinik warst.

00:21:56: Eben hast du ja auch gerade gesagt, dreimal am Tag untersucht worden.

00:21:58: also da ging er schon ein bisschen Zeit ins Land sagen wir mal so.

00:22:02: und auch eine ganz besondere Zeit und wichtige Zeit weil ihr ja dort dann eigentlich kann man schon sagen in den Genuss gekommen seid ein Zuhause auf Zeit zu finden dem Ronald McDonald Haus im Passau.

00:22:15: und ich glaube das war sehr wichtig für euch.

00:22:19: erzähl mal warum Warum das Ronald McDonald Haus für euch so schnell eine große Bedeutung bekommen hat?

00:22:27: Meine Schwangerschaft hat während der Corona-Zeit stattgefunden.

00:22:31: Wir wussten, wenn wir nach Passau kommen, dann wird uns Familie und Freunde nicht besuchen können.

00:22:36: Am Anfang wird es strengere Regularien geben.

00:22:39: Und wir waren alleine letzten Endes und sind mit der Idee nach Passauer gefahren, dass Philipp sich dort eine Wohnung suchen muss oder einen Sprinter hat, in dem er übernachten kann.

00:22:49: Klar war, er würde mich nicht drei, vier Wochen alleine dort lassen.

00:22:55: Total überrascht, als wir dort ankamen und die Theresa uns die Tür aufgemacht hat und gesagt hat schaut mal.

00:22:59: Wir haben hier eine Küche da wird gekocht.

00:23:02: ihr habt hier ein Zimmer ihr habt ein eigenes Wienerart ja so wie du es gesagt hast und zu Hause auf Zeit.

00:23:07: ihr könnt hier wohnen dein Mann darf bei dir sein Ihr habt den kurzen Laufweg zueinander.

00:23:12: Du bist nicht alleine Und Theresa hat ganz treffend gesagt wir sind für dich da immer wenn du es brauchst Und wenn du Zeit für dich brauchst, dann hast du dich hier.

00:23:21: Du hast einen Rückzugsort und gleichzeitig eben die Gemeinschaft.

00:23:25: Das von Menschen zu hören, die nicht geschockt sind von der Geschichte sondern einfach schon vieles gesehen haben.

00:23:30: Für viele Familien da waren mit ganz viel Herzblut jeden Tag dafür arbeiten dass wir die Chance haben uns auf unsere Kinder zu konzentrieren und auf uns zu koncentrieren.

00:23:42: Und jemand der auch mal sagt Sandra du musst jetzt was essen.

00:23:45: Du musst jetzt sitzen essen deinen Kindern geht's gut.

00:23:47: setzt dich hin Lass mal kurz fünf Grad sein und ruhe dich mal aus, weil das merkt man in diesem Modus.

00:23:54: In dem man da ist vergisst man es.

00:23:55: Man verlernt auf sich selbst zu hören und braucht Menschen wie Teresa oder Renate die den Völff sagen jetzt nimm noch vier Plätze Limit, das hilft dir.

00:24:04: Das hat sehr gut getan.

00:24:05: und eben die Möglichkeit... bei unseren Kindern zu wohnen sozusagen, die Intensivstation ist einen Gang entfernt.

00:24:12: Wir konnten aus unserem Zimmer mit einem eigenen Chip selbst entscheiden, zu welcher Tag es und Nachzeit wir unsere Babys sehen.

00:24:19: Wir mussten dafür niemanden fragen oder keine Straße überqueren.

00:24:24: Und das hatten einen riesengroßen Beitrag dazu geleistet dass wir überhaupt verstanden haben.

00:24:29: Wir sind jetzt Eltern und können Präsenz sein und dürfen mithelfen.

00:24:33: Theresa Huma muss mir kurz dazu sagen, ist die Hausleitung vom Ronald McDonald-Haus in Passau und der Oase, die ja direkt auch in der Klinik sich befindet.

00:24:42: Also ganz toll was man da erlebt Und zum Glück gibt es das.

00:24:46: wie du schon sagst Wie war das jetzt für dich?

00:24:48: Wie hast du das als Vater gehandelt?

00:24:51: Als derjenige der entweder sagen kann naja gut okay ich gehe zu meinem Arbeitgeber und sage du das war's Ja Ich bin hier raus weil es gibt weiteres Wichtigeres nicht meine Familie oder eben Man versucht das irgendwie alles zu balancieren und alle Bälle in der Luft zu halten.

00:25:05: Wie hast du das gelöst?

00:25:07: Es war vorher schon natürlich herausfordernd, irgendwann kam die Nachricht ja auch zu Sandra.

00:25:11: Sie muss jetzt hier bleiben im Passau.

00:25:14: Ich war in Augsburg und dann habe ich mir nur gedacht okay was machst Du jetzt kurzfristig?

00:25:18: Und ich hab's an die Theresa angerufen und sie haben dann auch gesagt, sie haben kurzfristiger Zimmer.

00:25:24: Ich bin am nächsten Tag in der Früh um ... fünf Uhr, glaube ich in Richtung Passau gefahren und bin dann angekommen.

00:25:29: Und war aber erst mal mit den Nerven vollkommen am Ende und da wusste ich gar nicht so richtig was sie sagen sollte.

00:25:35: Dann kam eine Mitarbeiterin und die haben mich in den Arm genommen und hat erst gesagt du bist jetzt einfach erstmal hier.

00:25:40: So jetzt kümmere ich mal nur um

00:25:41: dich.".

00:25:42: Das war krass!

00:25:44: Ich habe angefangen zu heulen aus dem Nächsten, sieben Uhr morgens weil festgestellt, hab wieder Drucker selber auf mir lastete über Wochen und Monate.

00:25:55: Und ich immer versuchte für die anderen logischerweise auch da zu sein.

00:25:59: Ja, dann ging's darum diese Situation so anzunehmen dankbar zu sein für das was man hier vorfinden kann und versuchen seinen eigenen Alltag zu finden.

00:26:08: Ich habe glücklicherweise auch hier sehr viel Unterstützung erfahren von meiner Arbeitgeberseite zu sagen okay ich bin vollkommen flexibel ohnehin geschränkt mir die Zeit nehmen, so wie ich sie halt einfach brauche.

00:26:21: Was mir wahnsinnig geholfen hatte in dem Moment und wie Sandra auch schon gesagt hat diese kurzen Wege egal ob es jetzt rüber in die angrenzende Klinik wo sie war zu gehen oder eben in die Intensivstationen zu den Kindern wo sie dann auf die Welt gekommen sind das hat mir wahnsinnig gut geholpen hier alles weiter zu balancieren.

00:26:43: Ich muss mal darauf zurückkommen auf diese wunderbare Achtsamkeit, die ihr füreinander habt.

00:26:48: Weil wir ja vorhin schon darüber gesprochen haben... ...weil ich habe hier zu Beginn gesagt als Vater oder Mann ist man oft schnell in der Rolle dieses Jahr.

00:26:59: Die starke Schulter sein und der Felsenabrandung.

00:27:01: Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich erinnere mich jetzt auch gut noch daran, dass sich meine Frau immer zum Arzt besuchen begleitet habe.

00:27:08: Aber irgendwie kam ich mir da auch immer so vor wie ein Begleiter eben Und dann warte ich oder bin vielleicht dabei bei der Untersuchung.

00:27:15: Aber wenn ich jetzt mal so reflektiere, wurde ich glaube ich selten mal gefragt von den Ärzten... Wie es mir denn so geht?

00:27:21: Klar!

00:27:21: Es ging natürlich alles um die Mutter und die Mütter.

00:27:26: Wie hast du das erlebt?

00:27:26: War das bei dir auch so?

00:27:27: Hast du auch das Gefühl gehabt in dieser Phase wo ja so wahnsinnig viele Arztbesuche hatte und diese Hilflosigkeit herstellt dass du gesagt hast irgendwie weiß ich auch nicht Ich fühle mich wahnsinnigt

00:27:39: gut.

00:27:40: Ja, die Menschen kümmern sich um uns.

00:27:42: Aber ich hab das Gefühl, dass mein Mann relativ selten mal mit ins Boot geholt wird.

00:27:47: oder war es bei euch anders?

00:27:48: Nein wir haben das auch so erlebt und der Grund warum wir auch beide gerne heute am Podcast teilnehmen wollten, war einfach auch der, was wir von Anfang an entschieden haben.

00:27:57: Wir möchten das so nicht... Wir haben bei der Frauenärztin schon gesagt, dass ist uns wichtig, dass wir zu gleichen Teilen Entscheidungen treffen, Informationen bekommen und wenn Philipp im Raum ist, ist er genauso da.

00:28:09: Genau die gleichen Möglichkeiten, Fragen zu stellen soll genau so beachtet werden.

00:28:14: Weil er ist der Papa und ohne ihn gäbe es die Kinder

00:28:16: nicht.".

00:28:17: Und so war's dann tatsächlich so, dass wir bei jedem Arzt Besuch – und Arzt Tamin hat Philipp auch einfach recht schnell gezeigt -, dass er sich in der Materie auskann.

00:28:25: Der hatte auch die ganzen Unterlagen immer gelesen.

00:28:27: Er konnte mitsprechen und hat sich auch aktiv ... drum bemüht, ernst genommen zu werden als Vater.

00:28:33: Der eben auch da ist in der Rolle dessen das jene, der auch Verantwortung übernehmen möchte und nicht nur da ist weil er die Frau zum Arzttermin bringt sondern eben aktiv sagt ich weiß ich kann gerade nichts machen aber wir tragen das gemeinsam und er hat mich da nie alleine gelassen.

00:28:49: und auch die Entscheidung du hast es vorher so schön gesagt wie viele Tage schafft man noch zusammen in der Schwangerschaft In dem Wissen, dass wenn es ein Tag zu viel ist haben wir eins verloren.

00:28:59: Beide verloren oder eben schwerst beeinträchtigte Kinder.

00:29:02: Das ist eine Entscheidung die wir jeden Tag gemeinsam getroffen haben weil wir auch gesagt haben Wir trennen uns nicht!

00:29:09: Wir bleiben zusammen.

00:29:10: und wenn das jetzt wirklich schlimm auf schlimm kommt und wir vielleicht beide Kinder verlieren dann müssen wir uns in die Augen schauen und sagen können das haben wir gemeinsam entschieden und deshalb stehen wir hier gemeinsam.

00:29:21: und so sind wir durch jeden Schritt durch jede Untersuchung Entscheidungen, so schwer sie auch gewesen sein mag.

00:29:28: Gemeinsam gegangen und dafür bin ich super dankbar.

00:29:32: Du hast im Ronald McDonald Haus deine Zeiten anfangszeichen verbracht in dem Sinne dass du ja weiter gearbeitet hast viel remote wahrscheinlich Arbeit Und dann versucht das so oft die möglich natürlich auch für Sandra da zu sein.

00:29:46: Ja und dann kam der moment ja wo entschieden wurde so und jetzt holen wir die beiden auf die welt erzählt mal von diesen von diesem Tag.

00:29:57: Das ist ein sehr emotionaler Tag, wir haben uns ja viele Wochen darauf vorbereitet Eltern zu werden weil es war klar es könnte jeden Tag so weit sein und als wir dann gemeinsam die Entscheidung getroffen haben wurden alle Vorbereitungen getroffen.

00:30:13: das gab die Lungenreife Spritzen dass die Kinder einfach die Möglichkeit haben zumindest mit ihrer Lunge unterstützt zu sein und Wir wurden vorbereitet für den Kaiserschnitt.

00:30:23: in meiner Welt ist eine Geburt sowas Welt bewegen das und man vergisst total, dass es einfach auch Menschen gibt die in dem Beruf arbeiten.

00:30:31: Die machen jeden Tag zwanzig Geburten und für dies jede Geburt besonders.

00:30:35: aber ich kam eben in diesem OP-Hemd und den weggebundenen Hahn in diesen Raum.

00:30:40: Dort standen fast fünfzig verschiedene Personen, nicht meine, achtundvierzig, weil jedes Kind ein eigenes Notärzteteam hatte.

00:30:48: Wir hatten die Kinderärzte pro Kind.

00:30:50: Es gab jemand der für dich da war, es gab Mediziner für mich.

00:30:53: Das waren so viele Menschen, die in diesem doch so sensiblen Moment da sind und wo man einfach gespürt hat.

00:30:58: Die helfen jetzt alle mit, dass das gleich gut funktioniert.

00:31:01: Und dann kamen die Oberärzten hatten gehofft bei der Geburt quasi dabei sein zu können.

00:31:07: Leider hat sich das dann aufgrund von einer Komplikation nicht einrichten lassen, ich hab den Kaiserschnitt unter Vollnerkurse bekommen müssen und habe die Geburten quasi nicht miterlebt.

00:31:16: Und Philipp auch nicht, er musste eben auch nach draußen gehen.

00:31:19: So waren wir zum ersten Mal in der ganzen Zeit getrennt.

00:31:22: Ich im Aufwachraum und Philipp bei den Kindern und keiner von uns wusste vom anderen wie es gerade aussieht und wie's grad geht.

00:31:30: Ich erinnere mich noch sehr genau an den Moment, als ich aufgewacht bin und mir bewusst wurde.

00:31:34: Ich bin jetzt nicht mehr schwanger also ich habe keine Babys mehr im Bauch.

00:31:38: gleichzeitig konnte ich mich aber nicht so richtig bewegen und musste erst mal zu mir kommen und hatte dann Ärzte dort gefragt ob meine Kinder überlebt haben und der Arzt hat gesagt ich muss erstmal in Ruhe aufwachen weil man sich in dem moment jetzt nicht aufregen darf.

00:31:54: Er meinte das glaube ich gut, aber in dem Moment habe ich das so verstanden.

00:31:58: Da ist was passiert!

00:31:59: Ich wollte ja keine genauen Einzelheiten sondern nur wissen ob sie leben.

00:32:02: Ich hatte dann das Glück, dass eine Krankenschwester mir mein Handy gebracht hat.

00:32:07: Dass ich Philipp anrufen konnte und gesagt habe, ich hab hier zwei Inkopatoren.

00:32:10: Also wir ... Ich hab jetzt zwei Babys und die leben und sind so klein aber sie sind da!

00:32:14: Und wir sind jetzt Eltern!

00:32:17: Da konnte ich mich ein bisschen entspannen zurücklehnen und wusste Philip ist da und er lässt sich keine Sekunde aus den Augen.

00:32:22: Er hat mir versprochen, dass es keinen Moment geben wird wo er unsere Babys aus den Augen lässt sondern dass der immer da ist und auf sie aufpasst.

00:32:28: Das hat er von der ersten Sekunde auch genauso gemacht.

00:32:31: Das heißt du warst also der erste von beiden, von euch beiden, der eure beiden Töchter gesehen hat.

00:32:39: Ja.

00:32:40: Erzähl mal wie das für dich war?

00:32:43: Wie die Sandra gesagt hatte haben wir die Geburt hier selber nicht miterlebt.

00:32:46: ich wurde dann irgendwann gerufen aus dem Warteraum und dann kam der Arzt zu mir rein uns sagt herzlichen Glückwunsch sie sind jetzt Vater Sie sind zwar ein bisschen kleiner, aber das ist alles okay.

00:32:59: Das war für

00:32:59: mich diese Momentruhigkeit und dann schauen wir mal.

00:33:04: Dann bin ich rein und dann waren sie wirklich deutlich kleiner als man sie natürlich erwartet wie man ja auch gesehen hat auf dem Bild.

00:33:12: Wie schwer waren die beiden als Ziel zur Weltkommen?

00:33:14: Achtundott

00:33:14: Gramm und Tausend Einhundert Gramm also zwei kacke Butter!

00:33:21: Einfach nur um das Mal... zu vergleichen.

00:33:24: Ja, also das ist wirklich ein Hauch von nichts wenn man das sieht und es muss sich echt immer mal wieder ins in die Änderung rufen.

00:33:31: tatsächlich und ja aber sie waren da.

00:33:34: ich hatte das Gefühl sie waren gut versorgt umsorgt.

00:33:37: Ich konnte natürlich nicht diese klassische Väterprozedur machen wie man sie vielleicht sonst aus einer regulären Geburt kennt.

00:33:43: Das heißt die waren kurzzeitig dann die waren immer unter Aufsicht Aber mussten relativ schnell auch umsort werden mit Mütze aufsetzen mit Verkabeln, damit man einfach die Idee Werte missen kann und so weiter.

00:33:56: Und dann waren sie auch relativ schnell in diesen Inkubatoren oder Gutkästen, sagt man ja gern dazu.

00:34:04: Dann habe ich die beiden eben mit rübergeschoben in die Kinderklinik und da bin ich eben da gewesen und war eine sehr spezielle Situation aber bin froh dass ich diese Erfahrung gemacht habe.

00:34:16: Wenn du es ganz ehrlich nochmal in dich hineinspürst als du das Als du damals eure beiden Töchter das erste Mal gesehen hast, ich glaube man versucht sich aber wahrscheinlich so gut wie möglich darauf vorzubereiten auf diesen ersten Anblick.

00:34:29: Warst du genug vorbereitet?

00:34:30: War es nur pure Glück oder war es auch irgendwie ein bisschen ein Gefühl des Schocks, wenn man einfach gedacht hat wow das ist fast... Also ich meine schon ich der jetzt hier diesen kleinen Arm auf dem Foto sieht ja und dann sind das deine Kinder und du siehst hier das erste mal da liegen.

00:34:48: Ich stelle mir das vor wie eine wahnsinnig emotionale Achterbahn.

00:34:52: Absolut, es war Wahnsinnig emotional!

00:34:55: Ich konnte für mich auch noch nicht so richtig Einordnungen untergreifen weil ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, wie geht's jetzt weiter und was sind die nächsten Schritte?

00:35:02: Wie sind die nächste Woche und Monate?

00:35:03: Weil wir ja ständig mit dieser Angst logischerweise gelebt haben.

00:35:06: Das heißt, ich war in dem Moment schon emotional überwältigt sie zu sehen gleichzeitig aber auch unsicher weil sehr vieles noch aufgekommen ist oder aufkommen würde, wie es jetzt weitergeht mit den Kleinen.

00:35:21: Und deswegen war ich in dem Moment erst mal froh ... Ich weiß noch, wie ich gefragt habe, haben sie geschrien?

00:35:28: Man hat im Kopf im Gedanken, wenn ein Baby auf die Welt kommt, dann schreit's los so und das ist sozusagen ein gutes Signal dafür dass alles in Ordnung ist.

00:35:37: kurz, aber leise geschrien.

00:35:38: Und dann war ich so auch in dem Moment einfach beruhigt und dann hat das alles seinen Lauf genommen.

00:35:42: Ich habe Fotos gemacht sofort weil ich wollte diesen Moment einfach haben für mich.

00:35:47: Aber ich glaube habe über die Zeit festgestellt dass man als Vater oder als Mutter nochmal sehr viel anders mit der Situation umgehen kann als Externe den man jetzt so ein Foto beispielsweise zeigt, weil es schon was ist...was nicht aussieht wie ein normales Baby, das muss man ganz klar so sagen.

00:36:06: Also normal reifgeborenes Baby.

00:36:09: Das muss für dich Sandra noch viel schwieriger gewesen sein als wenn dir wahrscheinlich das erste Mal dann zwei Packer Albutta dir wo?

00:36:16: Wahrscheinlich aufs Geburst, aufs Dekorität gelegt hat.

00:36:19: Magst du sagen, wie du dich damals gefühlt hast?

00:36:21: Hast du dieses Gefühl des puren Mutterglücks verspüren können, wie Du es dir vorgestellt hast?

00:36:27: Kam es in Dir auf oder war's eher... Fremd, ich weiß nicht genau.

00:36:33: Erzähl selbst?

00:36:34: Mit dem Moment schwanger zu sein hat man so eine Idee im Kopf.

00:36:38: Man weiß wie das abläuft.

00:36:40: Man hat früher Mutter-Vater Kind gespielt und kennt Freunde die Babys bekommen haben.

00:36:44: Und man hört immer wieder ... Man sieht das Kind und es ist ein unglaublicher Prozess.

00:36:49: Das ist die größte Liebe, die man empfinden kann.

00:36:52: Man macht sich als Mama einfach den Druck vielleicht auch so ein bisschen zu denken.

00:36:55: Jetzt muss ja dieses Gefühl kommen!

00:36:57: Sie sind gar nicht mehr in mir drin.

00:36:59: Wo ist denn dieses Gefühl?

00:37:01: Man muss dazusagen, wenn man mit achtundzwanzig Wochen so alt war, meine Töchter als sie auf die Welt kamen.

00:37:07: Ist ja auch der Körper und die Hormone ... diese ganzen Geburt einladen sind noch gar nicht da!

00:37:13: Du hast ja noch gar den Prozess vollendet.

00:37:16: Deine Hormones sind alle noch auf Schwangerschaft eingestellt und ist noch gar nie bewusst.

00:37:20: Auch wenn du es miterlebt hast, fühlst du nicht das sich gerade was verändert hat?

00:37:24: Du kannst noch nicht fühlen dass sie nicht drin sind.

00:37:26: Es hat Tage gedauert bis ich verstanden habe aus mir draußen sind und nicht mehr meinen Schutz brauchen, nicht vorsichtig sein muss mit Lautstärke oder was ich esse.

00:37:36: Sondern dass sie woanders weiterwachsen können.

00:37:40: Es kam dieser Moment auch in Passau diese große Liebe.

00:37:45: Heute würde ich unterschreiben, was alle Mamas gesagt haben, das ist ein unglaubliches Gefühl.

00:37:51: Ich hatte die Sorge, wenn mir die Kraft fehlt oder ausgehen könnte alles für Kinder zu tun ... noch nicht so viel dafür fühlen konnte in dem Moment.

00:38:02: Zuerst habt ihr in der Zeit der totale Hilflosigkeit verspürt, ja?

00:38:06: Wusstet gar nicht wohin?

00:38:07: dann Zuversicht weil ihr setzt euch sozusagen ein Steuer entscheidet wieder selbst Habt ihr dann vielen dafür.

00:38:12: was richtig und was falsch ist entscheidet gemeinsam.

00:38:14: jetzt holen wir die Kinder Dann sind die beiden kinder da und man fällt Kann ich mir vorstellen wie richtig mich wieder zurück in so eine arthilflosigkeit wenn man jetzt sagt okay Boah, und jetzt habe ich hier zwei Frühchen.

00:38:26: Wie geht man denn das eigentlich damit um?

00:38:28: Das finde ich ein ganz spannendes Thema weil wir hatten ja auch Professor Dr.

00:38:31: Rüdiger hier bei uns zu Gast der ja auch erzählt hat wie schwierig das ist eben für Eltern von Frühchen dann in diese älterne Rolle sich erstmal einzuleben.

00:38:41: Wie schwierig habt ihr das empfunden?

00:38:45: also Ich muss ehrlicherweise sagen Für mich hab' mich da relativ schnell und leicht zurechtgefunden Und es war einfach vor allem dieser Hintergrund, weil wir eben diese Nähe hatten und die wirklich auch vierundzwanzig Stunden irgendwie leben konnten.

00:38:58: Wir hatten auf der einen Seite natürlich die Kinder, die in ihren Inkubatoren noch gedeihen mussten, wenn man es so sagen darf.

00:39:05: Auf der anderen Seite wurden wir wirklich konsequent vom Klinikpersonal gerufen für sämtliche Sachen, die halt einfach Eltern erledigen müssen.

00:39:14: Und das fängt an mit Windelwechseln, auch wenn die Kinder noch so klein sind über Versorgungsrunden sprich Füttern Wo wir wirklich konsequent einfach auch mitgenommen wurden.

00:39:25: Das heißt, uns wurde nicht die Arbeit abgenommen im Sinne von Wir machen das jetzt bis die Kinder reif sind sondern wir wurden wirklich eng an die Hand genommen.

00:39:32: wie geht man denn mit solchen Kindern und die so groß oder so klein geboren sind halt eben einfach um?

00:39:39: und wir wurden in die Verantwortung genommen.

00:39:41: Sandra wurde nachts um zwei oder drei angerufen.

00:39:47: Wobei man da sagen muss, das haben wir selber gewählt!

00:39:49: Also mal hat uns die Wahl gelassen und das lang geht so nach Zwang.

00:39:52: aber wir hatten immer die Möglichkeit auch zu sagen gerade mir hat man gesagt ich soll mich doch mal ausruhen und es ist okay Aber wir haben entschieden wir möchten jede einzelne Versorgungsrunde mitmachen Wir möchten nachts angerufen werden Und wir möchten so viel wie können da sein um üben zu verstehen dass das unsere Verantwortung ist und dass wir mit jedem Mal Windel wechseln Ein bisschen mehr Mama und ein bisschen mehr Papa geworden sind.

00:40:13: Okay.

00:40:15: Ja, nur weil die haben mich angerohnt.

00:40:17: Nein ich wollte damit auch nur sagen dass das Personal alles dafür auch getan hat tatsächlich dass wir den Kindern in unserer Elternrolle immer mehr näher kommen auch wenn sie physisch nicht bei uns gewesen sind.

00:40:28: Wir konnten sie ja nicht mit zu uns rübernehmen und wir konnten auch nicht auf der Intensivstation drüben übernachten.

00:40:33: logischerweise Und deswegen war es unser Wunsch und dem sind wir konsequent nachgekommen.

00:40:39: Das ist das Personal logischerweis und da hat so jeden Tag ein Stückchen mehr ergeben und wir haben unendlich viele Fotos und Videos gemacht, wo wir sozusagen in der Zeit einfach auch schon fester Bestandteil von diesem Größerwerden gewesen sind.

00:40:53: Und ich habe ein Foto super gerne im Kopf, wo ich mich fühle als ob ich die hübschesten und tollsten Kinder auf dieser Welt habe.

00:41:00: Aber wenn jetzt jemand externes draufschauen würde, würde sagen Moment mal, die sind ja noch gar nicht fertig so!

00:41:04: Wir haben uns da zugegenst.

00:41:06: mir zumindest Ich hab' mich da immer mehr mit jedem Tag damit angefreundet.

00:41:12: Kangarooing, Einheit oder die Einheiten haben massiv geholfen wirklich auch diese Nähe für mich aufzubauen.

00:41:19: Interessant und spannend weil das heißt ja für euch oder euch ist es jetzt nicht so schwer gefallen diese älterlichen Kompetenzen sofort auszuleben und auch mit euren Kindern umzugehen sich auch da sozusagen Trauen mit zu helfen und Dinge übernehmen weil das war etwas kann ich mich gut erinnern in der Folge mit Professor Rüdiger der einer der Neonatologen schlechthin ist, der eben gesagt hat es fällt sehr vielen Eltern sehr schwer sich da dann zu trauen mitzumachen und dieses Elternempowerments aber eben so wahnsinnig wichtig.

00:41:54: Und da hat er zum Teil auch gesagt oder davon gesprochen dass nicht nur darum geht da zu sein und auch zu bekräftigen und zu motivieren mitzummachen sondern ging's auch zum teil um.

00:42:06: ja Wissensvermittlungen Unterricht in dem Sinne, wie geht man denn eigentlich mit Frühchen um?

00:42:11: Also da ging es um verschiedene Signale und so weiter.

00:42:14: Die Sprache seiner eigenen Kinder erst mal zu lernen... Wie war das bei euch?

00:42:19: Wie schnell ging dieser Prozess?

00:42:22: Ich glaube der Prozess seine eigenen Kinder verstehen zu lernen Es wurde extrem unterstützt durch diese Bubble.

00:42:29: Außerhalb von dem Krankenhaus waren wir die mit den Frühchen, aber in dieser Bubble selber waren wir eine von vielen und das war für das Personal total normal und sie haben da keine Berührungsängste gehabt und drum fiel es uns auch leicht, mitzumachen weil es eben nichts Besonderes und außergewöhnliches war sondern da waren in jedem Zimmer zwei Frühchen und jeder hat um sein Überleben gekämpft.

00:42:50: ja alle haben mit angepackt.

00:42:51: jedes Elternteil die Kinder zu verstehen und zu verstehen, was sie brauchen hat für uns im ersten Step über Geräte funktioniert.

00:43:00: Man hört Töne man lernt relativ schnell welche Sättigung ist okay?

00:43:03: ab wann rennen Schwestern panisch rein?

00:43:05: Was muss ich tun wenn die aufhören zu atmen?

00:43:07: wo kann nicht drauf klopfen oder zwicken damit sie nicht blau anlaufen?

00:43:11: das sind das sind Feinheiten.

00:43:14: gleichzeitig hat man versucht uns so sagen wir sollen da viel auf unser Gefühl hören die gerätekerete sein lassen.

00:43:21: Jetzt liegt man aber doch acht Stunden in diesem Raum und sieht halt zwei Monitorer, auf denen die Ärztinnen und Ärzte auch die Pflegerinnen sehr viel rumdrücken.

00:43:29: Und eben genau sehen wie die aktuellen Werte sind.

00:43:32: Ich kann es mir jetzt nicht verkneifen ab und zu auch mal kurz auf diesen Monitor zu drücken um nachzuschauen wie das Sättigungswert ist.

00:43:38: Auch wenn man es eigentlich nicht soll weil man einfach gefühlt so Teil des Teams wird dass man alle Abläufe eben kennt und weiß welche Werte für welche Entwicklung sprechen und das einfach wissen möchte.

00:43:50: ja Und in diesem ganzen Prozess war dann das Ziel welches.

00:43:53: Also, dass natürlich klar die beiden heranwachsen ein Gewicht dazu gewinnen.

00:43:59: aber gab es da auch so eine gewisse Zeit bis zu der?

00:44:02: und der Woche sag ich mal müssen die beiden Mädels durchhalten oder sich gut entwickeln weil ansonsten wird's schwierig.

00:44:11: also war es auch da wieder so einen Kampf beziehungsweise ein Mitteilfern von Tag zu Tag.

00:44:17: Man hat uns relativ schnell nach der Geburt die Psychologen geschickt, die mit uns gesprochen haben.

00:44:22: Und das Aller erste – ich erinnere mich noch sehr gut, was Sie mir gesagt haben ist Frau Haas, Sie haben für alles unterlagend.

00:44:28: Sie haben alles nachgelesen und das legen sie alles weg.

00:44:30: jetzt gibt es keine Ziele mehr.

00:44:32: schauen jede Stunde.

00:44:34: Es kann in einer Stunde ganz dramatisch werden und wir müssen reagieren, und es kann in eine Stunde einen Schritt in die richtige Richtung sein.

00:44:40: Und wir sollen aufhören uns unter Druck zu setzen, wir sollen nicht überlegen wann dürfen wir heim?

00:44:45: Ich meine wir waren insgesamt einerneinzig Tage im Ronald McDonald Haus.

00:44:48: das ist ne lange Zeit.

00:44:50: man wünscht sich so sehr mit seinem Kind zu Hause im gewohnten Umfeld zu sein stolz der Familie zu zeigen.

00:44:57: Aber dieses Bild trägt einen nicht und gibt einem auch die Kraft in dem Moment nicht, sondern das ist wirklich jeder Tag, jedes Gramm jede Untersuchung, die gut läuft.

00:45:06: Jeder kleine Fortschritt, dass man zum Beispiel die Maske, die man hier sieht.

00:45:09: Das ist eine Atemunterstützung.

00:45:11: da gibt es verschiedene Abstufungen wie viel Atmung unterstützt werden muss und wir freuten uns total als es plötzlich keine Maske kein C-Pap mehr war sondern eben ein High Flow Maske die nur noch einen leichten Luftstrom hat.

00:45:23: das waren ganz bewundernswerte Neuigkeiten.

00:45:25: als nicht früchen Eltern wüsste ich gar nicht was hier gerade gesprochen wird aber So gehen wir diese Mini-Schritte und es ging nie um nächste Woche, schaffen wir das.

00:45:34: Und ab der Woche sind wir safe, sondern ... Es hätte jede Zeit was passieren können.

00:45:39: Wir haben leider auch bei einer oder anderen Familie miterlebt, wie's anders gelaufen ist.

00:45:44: Wir hatten sehr viel Glück, dass unsere Töchter da stark gekämpft haben und den Kampf letztendlich Tag für Tag, Stunde für Stunde gewonnen haben.

00:45:52: Das ist eine andere Mess-Einheit als bei normalen Babys.

00:45:56: Du ziehst dich einen ganz anderen ... Erfolgserlebnissen hoch, wie sie Sandra gesagt hat.

00:46:01: Wenn die Maske wegkommt und die Mütze nicht mehr gebraucht wird, wenn du auf einmal ein Baby mit Haaren siehst ... Wenn du den ersten Body anziehst oder die erste Hose, die immer noch viel zu groß ist weil es einfach keine Bodies in der richtigen Größe für Frühchen gibt.

00:46:15: Das sind wir schon gewohnt.

00:46:16: mit Windelgrößen null.

00:46:17: auch die ist schon viel zu gross gewesen für die Kinder.

00:46:20: ja also von dem her ziehst dich wirklich jeden Tag an den einzelnen Sachen hoch.

00:46:26: Habt ihr so was wie Tagebuch geführt oder irgendetwas, was euch auch vor Augen geführt hat?

00:46:31: Welche Fortschritte ihr macht.

00:46:33: Weil ich kann mir gut vorstellen dass man manchmal eben bei diesen Ministeps das Gefühl hat er etwas kann nicht eigentlich verrichten.

00:46:38: So wahnsinnig viel kann ich nicht tun!

00:46:39: Ich würde am liebsten soviel wir möglich tun aber es sind halt eben diese Ministaps.

00:46:43: und dann hat man wenn man das festhält könnte ich mir vorstellen so das Gefühl wenn man mal so nach einer Woche drauf guckt Dass man doch eigentlich einiges hat bewegen können und dazu gelernt hat.

00:46:53: habt ihr irgendwo Damals Buch geführten?

00:46:56: Anführungszeichen, ich weiß noch Herr Professor Rüdiger hat von einer App damals sogar erzählt.

00:47:00: Ich glaube ist Neo Diary und das ist eine App wo man eben dann also wie ein digitales Tagebuch.

00:47:08: er sagt ja auch wir motivieren die Eltern immer da rein zu schreiben was sie denn alles gemacht haben um dann eben auch zu sehen dass man sehr viel tun kann.

00:47:18: Aber für deinem Bewusstsein als Eltern von Frühchen hast du das Gefühl, ich kann eigentlich gar nichts machen.

00:47:23: Zumindest nicht das was ich machen will oder genug für mein Gefühl.

00:47:27: Klar du musst bei allen Fragen was du tun darfst und was du nicht tun darf.

00:47:30: Das ist einfach komisch als Eltern.

00:47:31: aber was wir machen konnten war eben unsere Reise so ein bisschen festhalten.

00:47:35: Wir haben das ganz bewusst als Reise bezeichnet weil klar wir haben Kinder bekommen.

00:47:40: dann folgt es natürlich relativ schnell, dass Oma, Opa und die Nachbarin und alle gerne wissen wollen.

00:47:44: Wie geht's denn den Kleinen?

00:47:46: Und jemanden der das ganze Thema, die Materie nicht kennt ist es unfassbar schwierig, die richtigen Worte zu finden.

00:47:52: Dann haben wir entschieden, dass unsere Töchter selber erzählen sollen.

00:47:57: So haben wir jeden Tag oder immer wenns gerade gepasst hat per WhatsApp oder per E-Mail quasi in unserer Freundin und unsere Familie aus der Sicht ... der jeweiligen Tochter mit ein bisschen Humor und auf wirklich Basic-Vokabular runtergebrochen, dann war es eben nicht die C-Pup-Maske und die verschiedenen Werte sondern einfach die Atemhilfe.

00:48:17: Dass man sich das vorstellen kann und das eben gepaart ja mit Bildern, mit kleinen Lachen an der einen oder anderen Stelle auch in Frühchen biselt mal daneben oder ... Oder es gibt den Gewichtskampf-Währschaft früher die zwei Kilo.

00:48:31: also wir haben versucht den Kindern eine Stimme zu geben.

00:48:36: Nachdem sie das selber noch nicht konnten, haben wir versucht uns vorzustellen.

00:48:39: Was die wohl den ganzen Tag denken?

00:48:40: Wenn da so viele Hände mit ihnen rumdoktoren und wer in welchen Kittelfarbe kommt, wann gepiekst wird, wann versorgt wird ... Das haben wir dann in der Reise der Babyhasen aufgeschrieben.

00:48:51: Und jetzt auch als kleines Buch für uns gebunden weil wir das den Kindern gerne zu ihrem achtzehn Geburtstag schenken möchten.

00:48:57: Wow!

00:48:58: Wow, da krieg ich ganz so aus.

00:49:00: Also uns das

00:49:01: Buch liegt

00:49:02: in der Ronald McDonald-Oase sogar aus weil die Theresa eben gesagt hat dass es doch schön wäre was eben so positiv geschrieben ist dass Eltern die gerade am Anfang der Reise stehen und nicht die Möglichkeit haben in die Zukunft zu blicken wie's mal werden kann und wie jetzt nach zwei Wochen vielleicht auch ist und dass alles besser wird.

00:49:19: jeden Tag Und dann haben sie es ausgedrückt und bei sich in der Oase platziert und es wurde wohl auch schon viel gelesen hat sie unser erzählt

00:49:27: Ganz, ganz tolle Idee.

00:49:28: und gab es denn außer dem gemeinsamen Schreiben an diesem kleinen Buch sage ich mal Alltagebuch wie auch immer.

00:49:36: Auch andere Rituale die ihr für euch zwei etabliert habt in dieser Zeit wo ihr gesagt habt das haben wir regelmäßig gemacht.

00:49:45: Das hat uns echt immer wahnsinnig viel Kraft gegeben.

00:49:47: Gab's da noch anderes?

00:49:49: Ja wir haben versucht Normalität Krankenhaus-Szenare zu bringen.

00:49:54: Und wenn ich mich daran erinnert hab, wie es wohl sein wird, mein Mama zu sein, habe ich mich immer mit meinem Kind am Arm gesehen, wie ich mir ein Schlaflied vorsing.

00:50:01: und aus der Emotion heraus habe ich mir gedacht wir machen das jetzt einfach auch wenn ich's nicht im Arm halten kann sondern wenn sie im Inkubator ist.

00:50:08: und so sind wir dann mal zusammen, mal alleine nachts auf die Station und haben eben an den Inkubatoren gesungen.

00:50:16: Als wir dann zu Hause waren, war das tatsächlich ein sehr trennenreicher Moment jedes Mal.

00:50:20: Weil man sich einfach zurückversetzt in die Situation und es war tatsächlich eins der Rituale für die Kinder zu singen oder ihnen Sachen vorzulesen weil man uns eben auch erklärt dass ist.

00:50:32: besonders wichtig ist, dass sie viel unsere Stimme hören.

00:50:34: und da hat auch der Philipp den Gorilla mit der Sonnenbrille vorgesungen.

00:50:39: Der Gorilla Mit der Sonne?

00:50:40: Ich lerne heute eine Menge dazu!

00:50:42: Das eine war das Buchs anderses Lied, da müssen wir später mal reden darüber Wie wunderbar, das sind ja, sage ich mal Rituale und Dinge die ihr gemacht habt um diese Phase die euch wahrscheinlich noch mehr zusammengeschweißt hat als alles andere in eurem Leben auch mit wunderbaren Bildern und Tönen zu verbinden.

00:51:01: Ihr habt ja auch gesagt, die Zeit im Ronald McDonald Haus für dich, für euch generell mit den vielen ehrenamtlichen Hauptamtlichen der ganzen Team drum herum hat euch ja auch so wahnsinnig geprägt!

00:51:12: Was sind da die schönsten Erinnerungen, die ihr habt?

00:51:15: Was hat euch da am meisten Kraft gegeben.

00:51:18: Also ich glaube jeder der da ist muss sich ja selber bewusst sein dass man jetzt erstmal für einen bestimmten Zeitraum da ist und du gar nicht unbedingt weißt wie lange das eigentlich noch gehen wird.

00:51:27: Und tatsächlich ist dieses gesamte Team aus hauptamtlichen Mitarbeitenden aber auch aus den Ehrenamtlichen.

00:51:34: Das ist unbeschreiblich und kannst du als Außenstehender eigentlich gar nicht so richtig nachvollziehen wie die dich dabei unterstützen, hier wirklich den Alltag und wirklich Woche zu Woche für Woche zu schaffen.

00:51:46: Ein Highlight rauszuheben würde jetzt gar nicht mal unbedingt so sehr in die Situation passen weil allein die Tatsache dass du theoretisch jederzeit jemand hast der einfach nur mit dir redet ein Kaffee oder Wasser mit dir trinkt und über den aktuellen Status spricht ist schon super hilfreich.

00:52:02: aber auch Diese organisatorischen Feinheiten jetzt auch von den Ehrenamtsmitarbeitenden im Sinne von.

00:52:09: jeden Dienstag gibt es ein besonderes Frühstück, was mal losgelöst von diesem Krankenhausalltag ist.

00:52:16: Also wo es wirklich ein schönes Buffet aufgebahrt ist.

00:52:19: Jeden Donnerstag kommen Ehrenamtmitarbeitende die ... Ein Drei-Gänge-Menü für einen Kochen gekocht haben.

00:52:26: Manchmal sind das auch externe Firmen, die kommen... Ich erinnere mich dann ein, zwei, die wirklich einfach nur Zeit spenden und für uns da sind einfach mal so ein bisschen Positives in diesen Krankenhaushalltag halt einfach reinzubringen.

00:52:40: Und es ist immer so an den Tagendienstag Donnerstag!

00:52:44: Okay, dann ist es Wochenende und dann ist aber schon wieder bald Dienstag und Donnerstag.

00:52:47: Und das ist supergut um dich da so ein bisschen ...

00:52:49: Normalität zu geben?

00:52:50: Normalität

00:52:50: reinzubekommen wobei's nicht mehr richtig normalität ist weil wo kriegst du in daheim einfach mal so'n Dreh-Gänge-Menü aufgewahren.

00:52:57: also von dem her... Was

00:52:58: war denn das Ding für den Zaunfall jetzt?

00:53:01: Also hier wird auch gerne mit Kulinarik gearbeitet wenn man so sagen kann ja Nein!

00:53:05: Aber wenn ich mich auch an das zurück erinnere ich bin Vater geworden hab mir nichts gerechnet.

00:53:09: komm zurück Vor meiner Zimmertür, da sind Luftschlangen und Ballons aufgebaut.

00:53:14: Eine Flasche Sekt noch einfach für mich.

00:53:16: Da hat jemand an mich in dem Moment gedacht und so.

00:53:19: Und du denkst ja einfach nur okay womit habe ich das verdient jetzt hier zu sein?

00:53:25: Ja also von dem her, da fehlen eigentlich noch die Worte wenn man darüber nachdenkt weil einfach so viel getan wird... damit's dir da gut geht.

00:53:33: Ich mein, das ist jetzt dreieinhalb Jahre her und Philipp weiß ganz genau wanns das Frühstück und wenn es dieses Dreigänge-Menü gab?

00:53:38: Das spricht schon dafür, dass es besonders in Erinnerung geblieben ist auch komplett zurecht weil wie er sagt du hast den Krankenhaus alltag, Krankenhäuser sind steril müssen steril sein.

00:53:48: Es geht viel um mit einer Maske und Handschuhen Und natürlich muss man sich da ganz besonders auch kleiden um mit Frühchen arbeiten zu können und die Intensivpflegerinnen mussten teilweise ganz vermummt reinkommen und keine Heime von Zimmer zu Zimmer zu tragen.

00:54:03: Und trotz all der Bemühungen bleibt es eben ... ein steriles Krankenhaus.

00:54:09: Und in dem Moment, wo man die Tür zur Oase aufmacht, sieht man plötzlich bunte Farben und es kommen so viele Kinder und Besucher und dann wartet jemand auf seinen Termin hier.

00:54:18: oder es treffen sich zwei zum Mittagessen oder ich saß alleine und das setzt sich einfach eine andere Mama dazu und sagt, und hast du auch Kinder auf der Mondstation?

00:54:26: Man kommt ins Gespräch!

00:54:28: Es gibt einen Wohnzimmer, eine Spielküche da liegen.

00:54:30: Da ist nicht alles steril und nicht alles super ordentlich sondern ... Da wird halt gelebt und gewohnt.

00:54:36: Dieses Jonathan mit Donaldhausen Passau verbindet oder hat für uns Freundschaften ersetzt, Familie ersetzt gleichzeitig aber auch teilweise Psychologen ersetzen würde ich sagen Und hat uns die Chance gegeben uns dran zu erinnern dass wir eben auch noch Sandra und Philipp sind und das wir nicht nur funktionieren müssen sondern dass wir auch an uns denken dürfen.

00:54:57: und Ich weiß noch wie die Theresa gesagt hat wart ihr eigentlich schon mal in pass aus ist so schön hier habt ihr schon Mal irgendwas von Passau gesehen und uns ermutigt hat, tatsächlich mal nur runter an den Fluss zu gehen für dreißigvierzig Minuten.

00:55:10: Und mal kurz zu verstehen wo wir gerade sind und dass es hier schön ist und dass wir uns keine Sorgen machen müssen weil wir wissen die Ärzte tun alles und das Team in Passau im Ronald McDonald Haus tut auch alles, dass wir einfach mal kurz raus durften oder konnten.

00:55:24: Wir hätten ja immer gehen können aber wir haben's uns einfach nicht getraut

00:55:28: Klingt so, als wäre euch nach einer neunzig Tagen der Abschied fast schwer gefallen.

00:55:34: Obwohl ihr endlich wieder da Hause gehen dürftet?

00:55:36: Ja es war ein bisschen eine wilde Situation weil auf der einen Seite willst du schon gerne nach Hause und auf die anderen Seite wusstest du dann du bist wirklich komplett alleine in der Verantwortung ohne irgendeine Unterstützung.

00:55:47: aber auch da wurdest du ja sag ich jetzt mal gerade die letzte Woche davor schon gut darauf vorbereitet.

00:55:52: Ich hatte eher dieses Gefühl mit einem viel zu voll gepackten Auto nach Hause zu fahren, weil über die drei Monate hat sich hier sehr viel angesammelt und wir mussten schauen dass wir alles wieder zurückbekommen.

00:56:02: Aber auf der anderen Seite ich fühlte mich super gut vorbereitet, weil ich wusste so was kann jetzt noch passieren?

00:56:08: Was ich nicht schon kenne!

00:56:10: Und das hat uns schon extrem gut geholfen.

00:56:14: dass der Abschied mir schwer gefallen ist oder unschwer gefallen ist, das würde ich jetzt so nicht unterschreiben.

00:56:18: Weil unser großes Ziel war natürlich Weihnachten zu Hause zu verbringen und es hat dann zwei Wochen vorher ungefähr geklappt Und dann waren wir daheim und wussten, uns kann so schnell nichts mehr passieren.

00:56:31: Wir

00:56:31: kommen jedes Jahr wieder, weil wir alle wiedersehen wollen.

00:56:34: Meistens bringen wir was mit oder haben eine Untersuchung noch.

00:56:38: Man hat jetzt über die Zeit den Kontakt zu den Ehrenamtlichen im Helferinnen und Helfern gut halten können.

00:56:44: Das war beidseitig so.

00:56:46: Das habe ich noch nie erlebt, dass man ... einfach merkt, das sind Menschen die sich dafür auch interessieren.

00:56:54: Das war nicht nur dass wir da waren, sondern Sandra und Philipp waren in dem Moment wichtig und dann gab es andere Paare, die waren genauso wichtig Und da hat die Theresa oder andere auch mal per E-Mail nachgefragt wie geht's euch denn jetzt?

00:57:07: Wir habt ihr euch eingelebt.

00:57:08: also dieses Gefühl Dieses Zuhause-Gefühl hat nicht mit dem Abschied aus Passau geendet, sondern wir fühlen da eine ganz tiefe Verbundenheit und können jedem in unserem Freundeskreis, wenn wir auch nur hören.

00:57:21: Da ist jemand schwanger, sagen wir du, wenn ihr irgendwas habt, guckt wo es so ein Ronald McDonalds Haus ist.

00:57:26: Es schaut dass ihr bei Frühchen nach Passau gehen könnt weil ohne die Oase und die Menschen dort hätten wir's so gut glaube ich nicht schaffen können.

00:57:36: Und das hat nicht nur uns geholfen.

00:57:39: Ja, hat man immer gesagt.

00:57:40: Glückliche Kinder brauchen glückliche Eltern und um die Kinder wurde sich da extrem gekümmert.

00:57:45: Und als Elternteil bist du dann ja nicht mehr medizinisch versorgt nirgends mehr stationär aufgenommen.

00:57:50: Um uns haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort eben vom Ronald McDonald Haus gekümpft.

00:57:57: Toll!

00:57:58: Sandra und Philipp.

00:57:59: jetzt haben wir zwei Fotos hier liegen, die ihr uns mitgebracht habt.

00:58:02: Wir fordern unsere Gäste öfter mal in unseren Podcast folgen sondern auch Gegenstände sehen, die von dieser besonderen Phase erzählen.

00:58:14: Ich weiß, ihr habt das mitgebracht.

00:58:16: Ihr seht es da unten liegen.

00:58:18: Zeigt doch mal für was ihr euch entschieden

00:58:21: habt!

00:58:21: Wir haben gleich zwei Dinge dabei.

00:58:23: zum einen den ersten Body, den unsere Töchter an hatten.

00:58:26: Größe vierzig ist das und der war tatsächlich noch viel zu groß.

00:58:30: Gröse

00:58:30: vierzig?

00:58:30: Ist das okay wie eine Puppe?

00:58:36: Das zweite, was wir mitgebracht haben ist eine Frühchengrake.

00:58:39: Das kennen Eltern von Frühchen.

00:58:42: Die in der Mache hat an die Nabelschnur erinnert und nach dem Frühchen oder Babys im Bauch sich oft noch zur Sicherheit an der Nabels Schnur halten.

00:58:50: Wenn sie älter werden und die dann ja wegfällt kann man diese Kraken bei Vereinen oder auch selber stricken natürlich wenn man das kann.

00:58:58: Und die haben wir bekommen Und daran haben sich unsere Töchter im Inkubator wirklich festhalten können und wir erinnern uns heute noch dran, dass sie deutlich kleiner war bei ihrer Geburt ungefähr so groß als diese Krake ist.

00:59:10: Wahnsinn!

00:59:11: Das ist also wirklich die Krake, die beide in dem Inkubatur lag und beide haben sich da jeweils daran festgehalten?

00:59:17: Genau

00:59:17: ich durfte nur eine mitbringen.

00:59:18: Die andere Zwillingskrake ist noch zu Hause, ich durften nur einen entführen.

00:59:23: Haben Sie noch Machtwort mitgesprochen?

00:59:24: Die ist sehr wichtig

00:59:25: Kann man sich kaum vorstellen.

00:59:27: Wahnsin ein ganz besonderes Stück Ja, wusste ich auch nicht.

00:59:30: Dass Krakens so eine besondere Rolle spielen in puncto Nabelschnur.

00:59:35: Vielen Dank fürs mitbringen.

00:59:36: das sind zwei sehr emotionale Gegenstände und jetzt ist ja der schönste.

00:59:39: es haben wir noch gar nicht besprochen.

00:59:41: Anführungszeichen Der Fakt nämlich dass sich ja eure beiden Töchter dann zum Glück gut entwickelt haben.

00:59:47: Und jetzt wie alt mittlerweile sind?

00:59:49: Dreieinhalb.

00:59:50: Drei und ein halb!

00:59:51: Kerngesund, oder?

00:59:52: Wie hat sich das entwickelt, sagt das noch mal dazu?

00:59:54: Weil gerade Eltern von Frühchen haben ja dann auch oftmals Angst dass die Kinder ein bisschen hinterher hinken.

00:59:59: ich glaube bei euch ist alles wirklich fast perfekt verlaufen.

01:00:03: Ich würde nicht mal fast perfekt sagen sondern wirklich perfekt tatsächlich.

01:00:07: also wir sind nach Hause gekommen.

01:00:09: vor dem eigentlichen Entbindungstermin sage ich jetzt mal als Unsere Kinder waren sozusagen gesund genug, damit wir nach Hause gehen durften.

01:00:18: Und ab da wurde uns der Rat gegeben.

01:00:19: und jetzt... behandelt ihr eure Kinder, so wie ein ganz normales reifgeborenes Kind auch behandeln würde.

01:00:24: Das heißt nicht mehr auf irgendwelche Sachen besonders acht geben weil wenn irgendwas zu beachten wäre dann würden wir sie und ich euch mit nach Hause schicken und so haben wir dann versucht diese Situation natürlich auch anzunehmen mit zwei schon sehr herausfordernd gerade was die Schlafmangel und die Nächte angeht wo wir uns ebenfalls noch mal als Team finden mussten.

01:00:44: und über die Jahre hat sich halt einfach gezeigt dass Super Fortschritte machen mit allem, was sie machen.

01:00:50: Wir waren in den Nachrunduntersuchungen jetzt, in den Regulären für Kinder und uns wurde regelmäßig bestätigt, dass sie weit aus über dem normalen Entwicklungsstand sind, den Sie eigentlich haben müssten, was uns jedes Mal super gefreutert und wir es gar nicht so richtig glauben konnten.

01:01:05: Und dann sind wir aber irgendwann auch gelernt damit umzugehen und zu sagen das ist einfach so.

01:01:10: Unsere Kinder haben den Rückstand, den sie vielleicht am Anfang gehabt haben wieder mehr als aufgeholt Und es sind jetzt einfach zwei super, munterig gesunde Wesen, die uns unser Leben jeden Tag mal mehr oder weniger erhellen und ganz viel Freude bereiten.

01:01:28: Das glaube ich!

01:01:29: Das war eine wunderschöne Reise.

01:01:31: Man kann es auch dazu sagen an der Stelle.

01:01:33: du bist mittlerweile nicht nur von drei inklusives anderer Frauen sondern mittlerweile ja von vier Frauen umgeben weil ja noch einmal Eltern geworden seid erzählt.

01:01:43: Wir hatten uns sehr gewünscht nach der Turvolentenschwangerschaft quasi eine ganz normale Schwangerschaft zu erleben.

01:01:49: Erst hatten wir uns geschworen, wir machen das nie wieder.

01:01:52: Das war sehr viel und es war herausfordernd!

01:01:55: Wir haben auch alle Sachen schon verschenkt gehabt und nach zwei Jahren haben wir dann gesagt, wir geben dem Ganzen noch mal ne Chance und haben jetzt im Januar unsere dritte Tochter auf die Welt gebracht und reif geboren und zwei tausend vierhundert Gramm.

01:02:08: Das kann man sich gar nicht vorstellen also mehr als doppelt so schwer als unsere Zwillinge waren.

01:02:13: Eine ganz neue, besondere Erfahrung und zeigt auch wie viel Mut und Hilfe wir erhalten haben.

01:02:19: Dass wir uns den Schritt noch mal getraut haben.

01:02:22: Großartig!

01:02:23: Herzlichen Glückwunsch dazu.

01:02:25: Zum Abschluss möchte ich euch fragen... Wie hat euch all das als Mensch?

01:02:30: Und vor allen Dingen auch als Paar verändert?

01:02:32: Als Paar verändert hat es uns insofern dass wir uns noch mehr aufeinander verlassen können weil wir uns gegenseitig einfach bewiesen haben dass es nichts gibt, was wir gemeinsam nicht schaffen können und das wir uns zu jeder Zeit absolut ernst nehmen und als verlässliche Stütze haben.

01:02:52: Und das hat man vorher natürlich auch schon so zueinander gesagt mit der Idee haben wir geheiratet aber bewusst geworden, dass es auch wirklich so ist und dass nicht einer einfach geht oder aufgibt sondern immer wenn man nicht mehr kann nochmal motiviert und sagt okay jetzt kommt den Meter schaffen wir noch zusammen.

01:03:08: Das rechnet Philipp extrem hoch an und weiß, dass in unserem Leben nichts geben wird, was wir nicht gemeinsam schaffen können.

01:03:16: Ja, ich glaube das kann ich so nur unterschreiben.

01:03:23: Wir denken uns auch oft mal was kann jetzt noch Schlimmeres passieren als das was wir für uns erlebt haben?

01:03:27: und eine Sache die schon auch los werden wird ist dass es uns extrem geerdet hat im Hinblick auf die Gesundheit und die gesundheit ist einfach durch absolut nichts zu ersetzen.

01:03:37: Das haben wir am eigenen live oder am live unsere kinder halt einfach erlebt.

01:03:41: deswegen sind wir wirklich jeden tag aufs neue Dankbar, wenn wir uns das Ganze bewusst machen.

01:03:47: Dass wir einfach gesunde Kinder haben und dass wir diese Chance hatten, das so zu erleben wie wir es erlebt haben.

01:03:52: Und das rufen wir uns regelmäßig in Gedächtnis, wenn's notwendig ist.

01:03:56: Wir vielleicht mit den Alltagssorgen hadern oder frustriert sind versuchen uns gegenseitig da mit gut zu unterstützen und zu sagen schon mal, wir sind glücklich!

01:04:04: Wir haben eine gesunde Familie.

01:04:06: was soll uns denn passieren?

01:04:07: Absolut, dankbarkeit ist ein hohes Gut.

01:04:10: Vielen Dank für die Ganz wunderbare Mutmachgeschichte.

01:04:15: Wir sind alle teilweise glücklich, dass ihr jetzt drei gesunde Kinder habt und großartig überstanden habt.

01:04:20: Und vor allen Dingen so toll als Team.

01:04:23: Zu guter Letzt am Ende unseres Podcasts stellen wir immer die Frage an den Titel angelehnt was ist denn eure schönste Aussicht?

01:04:31: Jetzt in von mir aus nah kann auch gerne ferner zukunft sein kommt immer darauf an.

01:04:36: auf was freut euch ganz besonders?

01:04:37: gibt es irgendetwas wo er sagt Das ist eine wunderbare Aussicht.

01:04:42: Es ist ein bisschen weiter entfernt noch, aber wir haben als die Kinder ein Jahr alt wurden einen Zeitkapsel gemacht und haben dort nochmal viele Themen auch bei der Willkommenzweihe aufgeschrieben.

01:04:54: Wir haben viele kleine Utensilien.

01:04:56: wie die C-Pup-Maske durften wir damals mitnehmen.

01:04:58: den ersten Mini Schnulli so Dinge wie Bodies Habe ich aus der Zeit Kapsel jetzt rausgenommen, da war dann nämlich drin.

01:05:06: Das sind zwei große Holzkisten und da ist eben auch die Reise der Babyhasen drin und alles was wir so erlebt haben auch ein paar persönliche Worte, die wir in der Zeit verloren haben.

01:05:14: Und das haben wir für die Kinder quasi zum ersten Geburtstag gepackt und werden es dann zum achtzenden Geburtstag übergeben und ihnen die Chance geben auch zu erleben oder zu verstehen wie sie den Weg auf die Erde gefunden haben Was Sie für starke Kinder sind und starke Frauen geworden sind, hoffentlich.

01:05:35: Ganz bestimmt toll!

01:05:37: Ganz ganz toll wie ihr das alles auch so kreativ quasi dann nochmal umrahmt und euch so viele tolle Sachen einfallen lasst, um das Ganze immer wieder wertzuschätzen und dann auch wieder aufleben zu lassen und wieder diese Dankbarkeit zu verspüren.

01:05:51: Ganz, ganz großartig.

01:05:52: Also eine tolle Geschichte die total unter der Haut geht.

01:05:55: Ganz großes Kompliment und wie gesagt Glückwunsch nochmal auch jetzt zu drei gesunden Töchtern.

01:06:02: Super dass ihr hier wart vielen Dank und ich denke euch geht es genauso.

01:06:06: Eine Geschichte die man sich immer wieder anhören kann eine wunderbare Mutmachgeschichte Und davon wollen wir mehr hören.

01:06:12: Vielen Dank Sandra!

01:06:13: Vielen Dank Philipp liebe Grüße Zuhause und ja wenn ihr Lust habt Die nächste Folge von Zimmer mit Aussicht kommt sicher Bis dahin, alles Gute!