Folge 7: „Es gibt nur Plan A“
Shownotes
Mehr zur McDonald’s Kinderhilfe Stiftung & den Ronald McDonald Häusern:
Website: www.mdk.org Alle Ronald McDonald Häuser: https://www.mcdonalds-kinderhilfe.org/unsere-haeuser/ Ronald McDonald Haus Erlangen: https://www.mcdonalds-kinderhilfe.org/erlangen/unser-haus/ Ronald McDonald Haus Vogtareuth: https://www.mcdonalds-kinderhilfe.org/vogtareuth/unser-haus/ Instagram: @mcdonaldskinderhilfe Facebook: @mcdonalds.kinderhilfe
Diese Folge hat dich berührt? Dann abonniere „Zimmer mit Aussicht“ und teile die Folge mit Menschen, denen sie Mut machen könnte – und unterstütze so die Arbeit der McDonald's Kinderhilfe Stiftung durch deine Aufmerksamkeit, deine Zeit oder eine Spende: 👉 www.mcdonalds-kinderhilfe.org/spenden
ZimmerMitAussicht #Mutmachgeschichten #RMHDeutschland #McDonaldsKinderhilfe #RMHVogtareuth #RonaldMcDonaldHausVogtareuth #ZuhauseAufZeit #RMH_Erlangen #RonaldMcDonaldHausErlangen
Transkript anzeigen
00:00:00: Das war eine sehr ergreifende Geschichte bei Zimmer mit Aussicht.
00:00:06: Judith's Sohn Hannes wird von einer Sekunde zu anderen plötzlich totkrank, muss um sein Leben kämpfen.
00:00:14: Und das ganze Leben der Familie wird natürlich von einem Moment zum anderen völlig auf den Kopf gestellt, Gerät aus den Fugen.
00:00:22: Und trotzdem hat Judith vom ersten Moment an nur einen Plan, die selbst sagt, es ist der Plan A. Und an diesem Plan A hält sie fest und hat diesen wahnsinnig starken Glauben, dass dieses eine Bild, was sie da vor Augen hat, des positiven Ausgangs der ganzen schweren Situation, dieser schweren Zeit, die die Familie da verbracht hat, dass genau dieses Bild irgendwann mal Realität wird.
00:00:46: Zum Glück
00:00:47: ist es auch so.
00:00:49: Und welche Reise sie da, ja, ich sag mal, gemacht hat zusammen mit ihrer Familie, was sie da durchlebt hat, woher sie diesen Glauben geschöpft hat.
00:00:58: Und vor allen Dingen auch, was ein Hochland-Rind namens Helmut dabei für eine wichtige Rolle gespielt hat.
00:01:06: Das hat sie uns erzählt.
00:01:07: Wie gesagt, in einem sehr ergreifenden Gespräch.
00:01:11: Und auf der anderen Seite war es eben auch zugleich oder ist es zugleich eine Mutmachgeschichte.
00:01:15: Und genau die wollen wir hier erzählen bei Zimmer mit Aussicht.
00:01:18: Also bitte reinhören.
00:01:24: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Zimmer mit Aussicht, dem Podcast der McDonald's.
00:01:29: Kinderhilfe-Stiftung.
00:01:32: Es sind Mutmachgeschichten, die wir erzählen wollen.
00:01:35: Und so eine Mutmachgeschichte haben wir heute.
00:01:39: Judith Ficht ist hier bei mir im Studio.
00:01:41: Judith, schön, dass du hier bist.
00:01:42: Vielen herzlichen Dank, dass du dir die Zeit nimmst.
00:01:44: Und vor allem vielen herzlichen Dank, dass du deine, dass du eure Geschichte mit uns teilst.
00:01:50: Herzlich willkommen.
00:01:51: Vielen Dank.
00:01:52: Und danke nicht dafür, sondern ich finde es einfach wichtig, solche Geschichten zu teilen.
00:01:57: Und ich hoffe, dass sie ... tatsächlich auch vielen anderen Mut
00:02:00: machen.
00:02:01: Ganz sicher.
00:02:03: Ich weiß nicht, ob du den Podcast schon mal gehört hast im Vorfeld.
00:02:06: Ja, hast du sehr gut.
00:02:07: Freut uns.
00:02:08: Dann weißt du auch, dass es immer so losgeht, dass unser Gast etwas dabei hat.
00:02:13: Ein Foto.
00:02:14: Manchmal sind es auch mehrere Sachen, aber ich weiß nicht genau, was du alles mitgebracht hast.
00:02:18: Jedenfalls ein Foto.
00:02:19: dass wir uns anschauen dürfen und uns schon mal, ich glaube, so ein bisschen, oder vielleicht auch mitten rein in deine Geschichte wirft.
00:02:26: Mal gucken, was hast du mitgebracht?
00:02:28: Ja, und das Foto wirft uns eigentlich an, ja, mitten rein in unsere Familie, nicht in unsere Geschichte, aber in unsere Familie.
00:02:37: Das ist Papa
00:02:38: Holger.
00:02:40: Das ist Mama Judith.
00:02:42: Dann unsere kleine Tochter Diëlla.
00:02:44: Das ist nämlich an ihrem zweiten Geburtstag.
00:02:47: Und unser Sohn, der Hannes, um denen es auch jetzt geht.
00:02:52: Genau, da ist der Hannes gerade fünf Jahre und das ist kurz vor Weihnachten letztes Jahr.
00:02:58: Also, ähnliche Zeiten jetzt gerade.
00:03:02: Vor einem Jahr, eine strahlende Familie.
00:03:04: Das ist ja wunderschön, was wir hier sehen.
00:03:07: Und das ist das, was man sich wünscht für sich als Familie.
00:03:11: Und doch sprechen wir heute über eine Zeit, die ihr ... Wider erwarten konnte, noch irgendwie jemals hätte gedacht, dass das passiert.
00:03:21: Und ja, du hast es gerade gesagt, es hat mit eurem Sohn Hannes zu tun.
00:03:25: Und soweit ich weiß, es ist euer Leben, euer Familienleben in der Nacht vom siebten auf den achten März.
00:03:32: Du korrigierst mich immer, wenn ich da ... Vom
00:03:34: achten auf den
00:03:35: neunten.
00:03:35: Ja, okay, gut.
00:03:37: Der achte März ist auf jeden Fall ein Stichtag.
00:03:39: Euer Leben ist von einer Sekunde zur anderen komplett aus den Fugen geraten.
00:03:44: Weil Hannes, man kann es so sagen, trotz krank geworden ist.
00:03:49: Tatsächlich.
00:03:51: Erzähl uns mal von dem, was wir hier sehen, dem strahlenden, gesunden, jungen Mann, dann hin zu einer Situation, die sich wie abgespielt hat.
00:04:01: Ja, also wir waren eine ganz normale und gesunde Familie.
00:04:07: Wie es so ist, haben wir alle eine.
00:04:10: Kleine Krippe gehabt, eine kleine Erkältung im Februar.
00:04:14: Wie so viele diesen Jahres.
00:04:16: Ein sehr hartnäckiger.
00:04:17: Beim Hannes hat sich das gar nicht so weit ausgewirkt.
00:04:20: Er war einfach ein bisschen schwach.
00:04:22: Hatte nicht so viel Lust auf Sachen.
00:04:25: Und wir haben uns aber auch nicht so viel Gedanken drüber gemacht.
00:04:28: Weil der hatte noch nie irgendwas.
00:04:30: Der hatte noch nie Fieber in seinem Leben.
00:04:32: Das war immer ein gesundes Kind.
00:04:34: Und an dem, das war am Samstag, der achte März.
00:04:39: Er ist ja ganz früh schon in sein Bett, weil er einfach müde war und kraftlos.
00:04:44: Und er hat aber auch sehr unruhig geschlafen.
00:04:47: Und dann hat mein Mann Gott sei Dank gesagt, weiß was, ich gehe jetzt auch hoch ins Bett.
00:04:54: Ich leg mich neben den Hannes vielleicht, beruhigt ihn das ein bisschen und er kann besser schlafen.
00:05:00: Das war so nach neun.
00:05:03: Und ich bin auch in mein Bett und das hat keine zehn Minuten gedauert, höre ich komische Geräusche.
00:05:10: Ich steh auf, gehe in sein Zimmer und ich sehe den Hannes Krampfen da liegen und schon ganz blau.
00:05:18: Der Holger war auch ganz überfordert mit der Situation und ich habe einfach nur geschrien, sage, Holger, ruf an.
00:05:28: Ruf an jetzt!
00:05:31: Und er hat das Telefon genommen, er hat die eins, eins, zwei gewählt.
00:05:36: Ich habe den Hannes genommen.
00:05:39: habe ihn auf den Arm genommen, habe ihn runtergetragen, ins Erdgeschoss, ins Wohnzimmer.
00:05:44: Weil ich wusste, wenn ich ihn reanimieren muss, brauche ich einen festen Untergrund.
00:05:48: Das kann ich nicht im Bett machen.
00:05:52: Ich wusste das deshalb, weil in drei Vierteljahr vorher mein Papa eine ähnliche Situation hatte.
00:05:57: Und da musste ich mein Papa reanimieren.
00:05:59: Also hatte ich da leider oder Gott sei Dank Erfahrung.
00:06:04: Und ich bin mit dem Hannes runter ins Wohnzimmer.
00:06:08: Und drei Minuten später kam Gott sei Dank.
00:06:11: der Rettungsdienst.
00:06:12: Wir wohnen nicht weit weg von so einer Rettungsstation und die haben übernommen.
00:06:17: Gott sei Dank, ich musste ihn selbst nicht reanimieren.
00:06:20: Das haben die Rettungssanitäter übernommen und die haben das ganz toll gemacht.
00:06:26: Innerhalb von wenigen Minuten waren dann tatsächlich drei Rettungswägen da.
00:06:34: Am Schluss waren es drei Notärzte, einer mit Hubschrauber, eine Kindernotärzte mit mit auch einem entsprechenden Rettungswagen, der extra für Kinder und Babys ist, und zwei andere.
00:06:47: Und sie haben um das Leben vom Hannes gekämpft.
00:06:50: Sie haben ihn immer wieder reanimiert.
00:06:52: Der Hannes ist immer wieder weggesagt.
00:06:55: Die waren zwei Stunden, waren circa fünfzehn Leute in unserem Wohnzimmer und haben sich beraten, wann sie den Hannes ins Krankenhaus bringen können, wie sie das tun können, ob Hubschrauber, ob Rettungswagen.
00:07:10: Und ja, nach über zwei Stunden haben sie sich dazu entschieden, mit dem Rettungswagen zu fahren.
00:07:16: Sie sind zu zweit gefahren.
00:07:18: Der Kinderrettungswagen hinter dem normalen Heer, falls man irgendwas aus diesem Wagen braucht.
00:07:26: Und wir sind Gott sei Dank nach Erlangen gekommen.
00:07:30: Nach Erlangen, in Erlangen haben uns oder mein Mann es mitgefahren.
00:07:36: Ich bin erst mal zu Hause geblieben mit der Ella.
00:07:40: und musste erst mal gucken, wer die Ella übernimmt.
00:07:43: Es war in der Nacht.
00:07:45: Die war die ganze Zeit dabei in dieser Situation auf meinem Arm.
00:07:51: Und ich hab das gar nicht so wirklich realisiert, muss ich ganz ehrlich sagen.
00:07:55: Wie knapp diese Nacht ist, also genau in dieser Situation.
00:08:01: Als das Kriseninterventionsteam kam, zwei Frauen ... die um mich rumgehüpft hat und gesagt, ich kann jetzt nicht allein ins Krankenhaus fahren, das geht nicht.
00:08:11: Es muss jemand und war mir erst mal bewusst, wie schlimm das gerade ist.
00:08:17: Also wenn du das so erzählst, dann ist es genau das, was du gerade ansprichst.
00:08:22: Man hat ja so das Gefühl, wenn so was passiert, man wüsste gar nicht, was man tun soll.
00:08:27: Und trotzdem, wenn ich dir jetzt folge, auch in den Bildern, die ich von meinen Augen habe, dann ... funktioniert man in der Situation offenbar einfach von einer Sekunde zur anderen.
00:08:37: Du sagst, du läufst runter, macht den Anruf, du bist schon fast am Reanimieren.
00:08:43: Das ist schon Wahnsinn.
00:08:45: Also es hat erst mal eine Weile gedauert, bis du überhaupt realisiert hast, dass dein Kind, dass euer Sohn da wirklich ums Überleben kämpft.
00:08:54: Ich musste an der Stelle auch noch was fragen, weil da hab ich mich selbst ein wenig, vielleicht auch einige unserer Zuschauer, unsere Zuhörer auch.
00:09:00: Du hättest aber gewusst, was du tun sollst an der Stelle.
00:09:03: Ich hätte das nicht gewusst, also abgesehen davon, dass man in so einem Schockzustand ist und trotzdem sollte man ja dann diese erste Hilfegriffe kennen, reanimieren und so was.
00:09:13: Das klingt alles so jetzt aus dem Ärmel heraus.
00:09:15: Das muss man ja auch irgendwo mal gelernt haben und können.
00:09:18: Hattest du wirklich gewusst, was zu tun ist an der Stelle?
00:09:21: Wie du deinen Sohn reanimierst?
00:09:24: Ich hätte es insofern gewusst, weil ich eben ein dreiviertel Jahr vorher das.
00:09:29: schon live gemacht habe.
00:09:31: Und dass irgendwann man natürlich gelernt hast und auch abgespeichert hast.
00:09:34: Ja, beim Führerschein.
00:09:35: Beim
00:09:35: Führerschein, ja.
00:09:37: Aber
00:09:37: auch da funktioniert man.
00:09:38: Also ich konnte das anscheinend gut abrufen.
00:09:42: Und das hat eben beim Papa gut funktioniert.
00:09:46: Und beim Hannes bin ich aber ehrlich gesagt froh, dass ich es nicht tun musste.
00:09:51: Als du dann realisiert hast, wie du gerade beschrieben hast, durch das Kriseninterventionsteam auch, was da gerade passiert, War ja Hanne schon auf dem Weg ins Krankenhaus.
00:10:01: Dein Mann war weg.
00:10:02: Du sitzt da mit Ella, eurer Tochter.
00:10:06: Was hast du da gemacht?
00:10:08: Was tut man da?
00:10:09: Da sitzt man erst mal und ist völlig ratlos, oder?
00:10:12: Das ist einfach nur Lehrer.
00:10:13: Was passiert damit alle?
00:10:14: Ja,
00:10:14: tatsächlich.
00:10:15: Ich hab erst mal überlegt, was brauche ich alles?
00:10:18: Was muss ich jetzt tun?
00:10:19: Was muss ich organisieren?
00:10:22: Ich hab erst mal die Oma angerufen und gesagt, ich muss jemand kommen für die Ella.
00:10:26: Die war natürlich auch vollkommen.
00:10:29: Neben der Spur, als ich erzählt hab, was ist.
00:10:32: Und die kamen dann.
00:10:34: Die Schwiegermama blieb bei Ella.
00:10:36: Und der Schwiegermapa hat mich dann ins Krankenhaus gefahren.
00:10:40: Mit einem Rucksack voller Sachen, Essen trinken.
00:10:42: Was eine Mama so alles einpackt.
00:10:44: Ein Kuscheltier, eine Kuscheldecke.
00:10:46: Sämtliche Sachen, die man braucht.
00:10:47: Auch die Gummibären waren im Rucksack.
00:10:50: Für den Notfall ist man ausgestattet, sozusagen.
00:10:53: Und auch da merkt man natürlich, wir hätten keine Gummibären gebraucht.
00:10:59: Also, da ging es um was ganz anderes.
00:11:02: Und als wir da vor der Intensivstation saßen, also den Team von fünfzehn Ärzten, Krankenschwestern, Pflegern, hat den Hannes und den Holger in Empfang genommen und sofort in den OP geschoben.
00:11:14: Sie waren erst der Meinung, das könnte funktionieren, dass den Hannes sein Herz so wieder schlägt.
00:11:22: Und nach einer Stunde haben sie aber entschieden, das geht nicht.
00:11:27: Sie müssen in eine Herzlungenmaschine anschließen, so wie man das auch von einem Erwachsenen kennt.
00:11:34: Und da war er auch zwei, drei Tage angeschlossen.
00:11:37: Sie haben aber schon gesagt, diese Herzlungenmaschine gibt ihm nicht die Zeit, die er tatsächlich braucht.
00:11:44: Wir müssen dem Hannes und seinem Herz Zeit verschaffen.
00:11:48: War das, was die Ärzte uns gesagt haben.
00:11:50: Und die Zeit hat ihm ein sogenanntes Berlin-Hart verschafft.
00:11:57: Das ist eine
00:11:58: mechanische Herzunterschützung
00:12:01: sozusagen.
00:12:01: Eine externe Pumpe kann man sagen.
00:12:03: In Hannes seinem Fall wurde diese Pumpe an sein linkes Herz dran gemacht.
00:12:09: Eins an die obere Spitze, eins unten dran.
00:12:13: Und die Schläuche kamen aus der Bauchdecke heraus.
00:12:17: Und dadurch wurde das Blut quasi raus und reingepumpt.
00:12:22: Ja, diese Pumpe selbst war natürlich noch an einem Schlauch.
00:12:25: Dieser Schlauch war an einem Akku.
00:12:26: Man hat dann immer so ein Wegelchen dabei gehabt.
00:12:29: Das hat man hinter sich hergezogen, wie so die alten Leute zum Einkaufen mitnehmen, so ähnlich, so ein Wegelchen.
00:12:36: Aber diese Maschine hat dem Hannes das Leben gerettet.
00:12:40: Dadurch hat Hannes Herz die Zeit bekommen, die es gebraucht hat, ungesund zu werden.
00:12:47: Wobei man sagen muss, zu diesem Zeitpunkt wusste man nicht, Was der Auslöser für Hannes Herzversagen war und ist.
00:12:58: Also musste braucht man auch mal Zeit, um rauszufinden.
00:13:00: Was hat er denn eigentlich?
00:13:02: Was hat dieser kleine Kerl?
00:13:05: Genau, das wollte ich jetzt fragen.
00:13:06: Also du sagst deinem Sohn gute Nacht oder du wünschst ihm so eine gute Nacht.
00:13:11: Dann im nächsten Moment, ja, passiert all das.
00:13:13: Du siehst deinen Sohn wieder im Krankenhausbett liegen mit angeschlossenem Schläuchten.
00:13:18: Das kann man sich ja kaum vorstellen.
00:13:19: Will man sie auch kaum vorstellen.
00:13:20: Aber... Irgendwann war der erste Moment da, sag ich mal so, wo ihr zwei euch hingesetzt habt und einfach mal eben dann versucht habt zu realisieren, was da jetzt gerade passiert ist und auch dann mal an die Frage heranzugehen, warum ist das überhaupt alles passiert?
00:13:37: Was hat er denn überhaupt?
00:13:39: Was für Überlebenschancen oder wie auch immer hat unser Sohn?
00:13:43: Wann war das?
00:13:44: Kann man das noch beschreiben?
00:13:46: Ging das relativ schnell?
00:13:48: Also, wir hatten tatsächlich in der Nacht vom achten auf den neunten März, die haben wir vor der Intensivstation verbracht.
00:13:55: Und da war uns, ist uns beiden schon bewusst worden, wie schlimm die Situation gerade ist.
00:14:03: Und wo das herkam und kommt, sind wir immer noch nicht sicher.
00:14:09: Das konnte uns auch bisher keiner sagen.
00:14:12: So wirklich.
00:14:13: Also es war eine starke Herzmuskelinsundung, eine Myocarditis.
00:14:19: die bei Kindern sehr selten vorkommt.
00:14:22: Aber der Hannes war im letzten dreiviertel Jahr sehr oft der eine von.
00:14:28: So wie oft bei den Nebenwirkungen in den Arzneimitteln entsteht.
00:14:33: Einer von tausend, einer von eine Million, kann ja eigentlich nichts passieren, so ungefähr.
00:14:38: Der Hannes war der eine von.
00:14:41: Nicht nur da, sondern auch jetzt im letzten halben, dreiviertel Jahr öfter der eine von.
00:14:47: Wie lange hat das gedauert?
00:14:49: Der Moment, als Hannes das erste Mal wiedersehen konnte.
00:14:55: Klar, die Zeit ist auf der Intensivstation vor dem OP.
00:14:58: Und irgendwann durfte der wieder zu ihm ins Zimmern.
00:15:01: Wir durften schnell
00:15:03: zu ihm, als er dann operiert wurde.
00:15:05: Als er aus dem OP kam und der auf der Intensivstation eingerichtet war, als alles verkabelt für die Überwachung und alles war, dann durften wir ... Schon zu ihm, und das ist ein ganz furchtbarer Moment, wenn du in so ein Zimmer gehst.
00:15:22: Allein diese Piepsgeräusche.
00:15:24: Du siehst, dein Kind, da liegen mit sämtlichen Kabeln, mit einer Maschine, die da aus ihm rauskommt, sozusagen mit Kabeln.
00:15:36: Er schläft, er bewegt sich nicht, er ist kalt.
00:15:39: Mir wurde auch absichtlich kalt gehalten.
00:15:42: Die erste Zeit, und das ist ... ja.
00:15:46: Ganz furchtbar.
00:15:46: Du sitzt einfach da und hält seine Hand und ...
00:15:50: Wirst ihr nicht wegbewegen?
00:15:51: Genau,
00:15:52: bist einfach da.
00:15:53: Wann war der erste Moment, als dann Hannes wieder ... ... Bewusstsein erlangte und ihr auch ... ... mit ihm sprechen konntet?
00:16:02: Ja, das kann ich gar nicht tatsächlich so genau sagen.
00:16:04: Ein paar Tage hat es gedauert, auf jeden Fall.
00:16:09: habt ihr euch in der Phase darüber unterhalten, wie ihr sozusagen auch dann wieder mit eurem Kind kommuniziert, weil da liegt euer Kind, plötzlich wacht im Krankenhaus auf.
00:16:22: Vieles von dem, was da passiert, versteht ja so ein Kind in dem Alter nicht.
00:16:26: Und jetzt kann man entweder als Elternteil da sitzen und völlig aufgelöst sein oder das tun, was man sich wahrscheinlich wünscht, stark sein, soweit das geht, im Kind das Gefühl geben.
00:16:37: Es braucht keine Angst zu haben, was ich mir wahnsinnig schwer vorstelle.
00:16:40: Kannst du dich da erinnern, wie das war?
00:16:43: Wir haben uns im Vorfeld eigentlich gar nicht so wirklich drüber unterhalten, mein Mann und ich.
00:16:47: Wir haben beide gut funktioniert, jeder auf seine eigene Art und Weise.
00:16:53: Die Ärzte haben gesagt und auch die Psychologen im Krankenhaus, erzählen ihm gar nicht zu viel.
00:16:59: Wenn er was wissen will, wenn er fragt, ja, aber erzählen ihm nicht zu viel.
00:17:04: Wenn er was wissen will, dann fragt er schon.
00:17:06: Und tatsächlich hat der Hannes gar nicht so viel wissen wollen.
00:17:10: Und wir haben ihm deswegen auch am Anfang nicht so viel erzählt.
00:17:13: Und als er dann mal tatsächlich so fit war, dass wir von der Intensivstation runter waren.
00:17:20: Wir waren auf der Normalstation, auf der KI IV.
00:17:24: Er war wach, er konnte Essen sprechen.
00:17:28: Er sollte sich auch irgendwann bewegen.
00:17:30: Irgendwann hat er schon gesagt, Mama, warum bin ich eigentlich hier?
00:17:35: Und dann haben wir ihm schon erzählt, dass sein Herz ganz krank ist.
00:17:39: Dass da Viren eingezogen sind in sein Herz, den uns da recht gut gefällt.
00:17:44: Und dass die Ärzte alles tun, um diese Viren zu verscheuchen.
00:17:49: Und dass er auch mitmachen muss, um die zu verscheuchen.
00:17:53: Und wir haben ihm auch erklärt, was er tun kann.
00:17:56: Essen, trinken, bewegen, die Medikamente nehmen, zu den Untersuchungen gehen.
00:18:01: Das ist alles das, was er machen kann, um die Viren zu verscheuchen.
00:18:07: Weil für ein Kind ist natürlich eine Blutabnahme.
00:18:11: Dann muss wieder ein Zugang gelegt werden.
00:18:13: Es sind fremde Leute da.
00:18:17: Und inwieweit wurde ihr denn jetzt mitgenommen in dieser ganzen Phase?
00:18:21: Also, da waren ja sicherlich Ärzte, die euch gesagt haben, naja, so das und das ist Fakt.
00:18:26: Wir wissen jetzt nicht genau, warum das so ist.
00:18:29: Aber die Prognose ist XY.
00:18:32: Also, keine Ahnung, hat man euch gesagt, wie lange ihr jetzt im Krankenhaus bleiben müsst, was da jetzt als nächste Schritte so passieren wird?
00:18:39: Oder inwieweit wurde ihr da aufgefangen?
00:18:42: Also, erst mal hatten wir ein mega tolles, ja.
00:18:45: Ärzte-Team, wir hatten ganz tolle Herzschirurgen, wir hatten ganz tolle Kinderkardiologen auf der Station.
00:18:53: Die haben sich alle sehr viel Mühe gegeben.
00:18:56: Thema Kindermedizin ist noch mal was ganz anderes als erwachsenen Medizin.
00:19:01: Man muss viel Quatsch machen, man muss viel Geduld haben.
00:19:05: Und das hatten die alle.
00:19:07: Die haben uns aber nicht gesagt, in drei Wochen ist es vorbei oder in zehn oder in einem halben Jahr.
00:19:14: Die wussten ja selber nicht.
00:19:16: Die haben alle auch mitgefiebert, sozusagen.
00:19:19: Wenn irgendwas war, sind die sofort gesprungen und sagten, wir untersuchen, wir gucken, wir machen, wir tun.
00:19:26: Aber sie haben auch gesagt, wir können euch nicht sagen, wie es weitergeht.
00:19:30: Bis zu Tag X. Irgendwann haben die gesagt, das Herz sieht ganz gut aus.
00:19:37: Das Herz sieht ganz gut aus.
00:19:39: Wir können ... Wenn es so weitergeht, nach mehreren Untersuchungen, nach mehreren Herzultraschallen und so weiter, wir können es im Mai, Mitte Mai, explantieren.
00:19:51: Also explantieren heißt, dieses Gerät, dieses Berlin-Hard wieder entfernen.
00:19:57: Und wir hatten schon einen OP-Termin für diese Explantation.
00:20:01: Es war am vierzehnten Mai.
00:20:03: Und eine Woche vorher war der Hannes wieder einer davon.
00:20:12: Das war für mich ... Einer der schlimmsten Tage tatsächlich, schlimmer als der achte März.
00:20:22: Der Hannes hatte einen Schlaganfall.
00:20:26: Dieser Schlaganfall kann eine Nebenwirkung dieses Berlin-Hard sein.
00:20:31: Es ist so, dass bei diesem Berlin-Hard das Blut raus und reingepumpt wird und im Blut ja auch Eiweiß vorhanden ist.
00:20:39: Da bilden sich Eiweißablagerungen.
00:20:41: Es wird geprüft, aber im Hannes sein im Fall hat sich eben von diesen Eiweißablagerungen in dieser Pumpe was gelöst und ist in seinen Körper gepumpt worden.
00:20:52: Und das hat diesen Schlaganfall ausgelöst.
00:20:55: Wie habt ihr das realisiert in dem Moment?
00:20:57: Der Hannes hatte Sprachstörungen und hat gesagt, Mama, mein linker Arm fühlt sich komisch an.
00:21:05: Na ja, und was macht man?
00:21:07: Man drückt die Klingel an seinem Bettknopf und dann ging das Ganze los.
00:21:13: Dann haben die den Handys mitgenommen.
00:21:14: Wir haben einen CT gemacht und dann war klar, okay, tatsächlich, es ist ein Schlaganfall.
00:21:20: Es ist eine Trombose im Kopf, medial infakt, nennt sich das in dem Fall.
00:21:26: Und das war klar, das muss entfernt werden.
00:21:29: Und der Neuroschirurg sagte, kein Thema, mache ich dreihundert Mal im Jahr, halbe Stunde bin ich wieder da.
00:21:38: Der hat den Handys mitgenommen.
00:21:40: Wir waren vor diesem ... OP-Zimmer gesessen und haben gewartet.
00:21:46: Es war eine halbe Stunde vorbei.
00:21:48: Es ging eine Dreiviertelstunde vorbei.
00:21:51: Nach dieser Dreiviertelstunde hören wir, holen den Ballon.
00:21:57: Wir brauchen den Ballon aus diesem Zimmer schreien.
00:22:01: Und für uns war klar, der Ballon, der muss irgendwas verschließen.
00:22:08: Und wir wussten ja nichts.
00:22:09: Für uns war klar, es ist was passiert.
00:22:10: Und das dauert noch mal eine halbe Stunde.
00:22:14: Und dann kommen diesen OP-Gang fünf.
00:22:17: Männer auf einen Zug.
00:22:20: Und ich glaub, im Nachhinein, ich glaub, da hat ich ja so was wie dürfen, Zusammenbruch.
00:22:27: Die haben erzählt, sie konnten den Trombus entfernen.
00:22:32: Aber es tut uns leid, wir haben beim Entfernen des Trombus ein Gefäß verletzt.
00:22:39: Ihr Kind hat eine Hirnblutung.
00:22:43: Auch da hatte Hannes ganz viele Schutzengel gehabt, ganz viele, eine höhere Macht.
00:22:49: Wie auch immer, da kann jeder glauben, was er will.
00:22:53: Verlochtes hat der Hannes gut überstanden.
00:22:55: Aber man muss natürlich sagen, in diesem Fall, der Hannes hat aufgrund seines Berlin-Hards Blutverdünner bekommen, drei verschiedene, dass das Blut so flüssig wie möglich durch diese Pumpe geht.
00:23:10: Und wenn man dann eine Blutung hat, egal wo und am schlimmsten im Hirn, ist es was, was nicht gut ist.
00:23:19: Dann haben die ihm Ein Loch in die Schädeldecke gebohrt, um den Druck zu nehmen, das er Überlebensschoss überhaupt hat.
00:23:28: Und die ganze Nacht war furchtbar.
00:23:33: Furchtbar für jeden, auch für den Oberarzt.
00:23:37: Er sagt, er telefoniert jetzt mit Berlin Hart.
00:23:39: Sie besprechen sich im Ärzteteam.
00:23:42: Was sie wie tun können, denn die Pumpe muss weg.
00:23:46: Wir müssen von den Blutverdünnern weg.
00:23:49: Falls sich der Druck nicht abbaut, dass wir ihm die Schädeldecke aufmachen können.
00:23:56: Das heißt, ihr habt wirklich innerhalb von, ja, wenn man das jetzt, also du sprichst von Mai, und es war im März, also innerhalb von zwei, drei Monaten, euer Kind wirklich erleben müssen, wie es um sein Leben ringt.
00:24:08: Das ist schon,
00:24:09: ja.
00:24:11: Ja, und nicht nur einmal, sondern tatsächlich, es gab einige Situationen, und das war eben für mich tatsächlich die schlimmste.
00:24:22: als diese Männer auf uns zu kamen, die bei Männer die Ärzte.
00:24:26: Und uns das so gesagt haben, das war die furchtbarste Nacht.
00:24:31: Und tatsächlich dann am nächsten Tag war dann, es war dann tatsächlich auch, ich weiß gar nicht, die Ärzte haben dann gesagt, sie machen jetzt erst mal ein CT, ob sie es noch rentiert, das Berlin-H zu entfernen oder ob schon zu viel kaputt gegangen ist.
00:25:04: war aber alles in Ordnung.
00:25:05: Sie haben dann dieses Bölleln hat entfernt und den Handel.
00:25:10: sein Herz hat auch geschlagen.
00:25:12: Also es war ja dann das nächste, man wusste ja gar nicht, ob's funktioniert.
00:25:16: Wenn man jetzt diese Maschine wegmacht, funktioniert's.
00:25:21: Gibt's ja auch nicht oft.
00:25:23: Es gibt keine Studien, wo man sagt, so müssen wir's machen.
00:25:27: Sondern die Ärzte mussten sich auf sich und auf ihr Gespüren, auf ihre Erfahrung verlassen.
00:25:32: Und zum Glück ... war Hannes Herz stark genug, auch ohne die Maschine weiterzuschlagen.
00:25:40: Und zum Glück ist er ja heute auch ein gesunder Junge mit einer normalen Lebenserwartung.
00:25:48: Er auf einem gesunden Herzen, also wunderschön.
00:25:52: Genauso wie wir ihn hier sehen, lächelnd.
00:25:54: Und genauso lacht er auch wahrscheinlich im Kindergarten.
00:25:58: jetzt gerade oder wo auch immer.
00:26:00: glücklich lebt er sein Leben.
00:26:01: Das ist ja auch Wunderschön.
00:26:03: Und trotzdem, wenn man sich das überlegt jetzt, also das ist ja alles wahnsinnig frisch noch.
00:26:08: Wir reden hier von gerade mal ein paar Monaten, die vergangen sind, um so bemerkenswerter finde ich, dass du das mit uns an der Stelle schon teilen kannst.
00:26:18: Ich weiß, es ist schwer.
00:26:20: Wenn wir trotzdem nochmal zurückgehen in diese Zeit, nachdem ja Hannes das erste Mal... im Krankenhaus lag.
00:26:27: Das heißt also euer Leben wurde von einem Tag von einer Sekunde zur anderen ins Krankenhaus verlegt und dann wart ihr dort ja offenbar mehrere Wochen.
00:26:37: Wie lange genau wart ihr denn im Krankenhaus?
00:26:40: Wir waren bis Ende Mai im Krankenhaus.
00:26:44: Und wann?
00:26:46: Habt ihr eigentlich das erste Mal von der McDonald's Kinderhilfe-Stiftung gehört und von dem Ronald McDonald Haus?
00:26:52: und vor allen Dingen ihr seid ja auch eine Familie, die sehr viel Dio Asel dort genutzt hat?
00:26:59: Wann war das das erste Mal, dass ihr überhaupt das Angebot bekommen habt?
00:27:03: Da Zeit zu finden, ein Zuhause auf Zeit zu finden, ein Rückzugsort zu finden, wann war das?
00:27:09: Also ein paar Tage, nachdem wir im Krankenhaus waren, relativ am Anfang, kam eine Krankenschwester und hat gesagt, wir hätten jetzt ein Zimmer für euch im gelben Haus.
00:27:23: Das Ronald McDonalds Haus in Erlangen ist gelb.
00:27:27: Fast
00:27:27: ganz gut.
00:27:28: Und ob wir das Zimmer haben möchten.
00:27:31: Und wir haben das Angebot angenommen.
00:27:33: Und im Speziellen hat mein Mann dort oft einen Rückzugsort gefunden, denn ich hab einen Spagat gemacht zwischen Erlangen und unserem Wohnort, unsere kleine Tochter.
00:27:44: Der wollten wir natürlich das Leben so normal wie möglich gestalten.
00:27:49: Und da haben sich die Großeltern drum gekümmert.
00:27:51: Aber abends und nachts hab ich dann die Alarm abgeholt.
00:27:55: Und dass sie auch ein bisschen Mama Zeit hat.
00:27:59: Aber tagsüber war ich bei Hannes.
00:28:01: Und so konnte mein Mann sich auch ein bisschen erholen, sich Zeit nehmen, den Anführungszeichen auch mal schlafen oder ... Ja.
00:28:15: Ich hol das mal raus.
00:28:17: Ja, genau.
00:28:17: Du hast noch was Zweites mitgebracht.
00:28:18: Genau.
00:28:19: Oder auch mal waschen.
00:28:21: Oder auch mal waschen.
00:28:22: Ja.
00:28:23: Denn es ist so, wenn im Krankenhaus, speziell auf der Intensivstation, was runterfällt, dann darf das nicht mehr ins Bettchen.
00:28:32: Und wie man sich vorstellen kann, sind Kuscheltiere, Kuscheldecken, gerade die eigenen, ganz wichtig für die Kinder.
00:28:40: Der Hannes hatte eine Kuscheldecke.
00:28:42: Die ist öfter runtergefallen, die musste gewaschen werden.
00:28:44: Und dann auch ganz schnell in Trockner, dass so schnell wie möglich diese Decke wieder da war.
00:28:49: Und so ist es auch mit diesem Hochlandrind, der Helmut.
00:28:55: So heißt er.
00:28:57: Den hat der Hannes erst im Krankenhaus geschenkt bekommen von unserem Nachbarn.
00:29:02: Der kennt sich auch sehr gut mit Krankenhausbesuchen aus.
00:29:06: Und der wusste genau, was einem hilft, wenn man lange im Krankenhaus sein muss.
00:29:12: Und es ist ein Wärmi, den kann man warm machen und er riecht nach Lavendel.
00:29:17: Und ja, Hannes hatte dann oft Bauchweh und es ist einfach schön, wenn man was Warmes hat, was dann sich an einen hinkuschelt und so weich ist.
00:29:28: Und der musste auch oft gewaschen werden im McDonald's.
00:29:31: Das ist übrigens eine Perspektive, die wir jetzt, glaube ich, noch gar nicht so hatten hier im Podcast.
00:29:37: Wir hatten natürlich schon viele Familien mit ähnlichem Schicksal, aber dass man da drin auch waschen kann unter anderem Stofftier oder auf die Kuscheldecke.
00:29:46: Und das unter anderem auch ein großer Vorteil eines Zuhause auf Zeit sein kann, das hat mir noch gar nicht.
00:29:51: Aber klar, macht natürlich total Sinn und zeichnet so ein Zuhause um die Ecke vom eigenen Kind natürlich auch aus.
00:29:59: Wenn du jetzt noch mal reingehst in dieses Haus oder in diese Oase, was für Gefühle, was für Emotionen verbindest du?
00:30:07: Mit diesen Zuhause auf Zeit oder eben auch mit dieser Oase als Rückzugsort.
00:30:12: Nur gute Gefühle.
00:30:14: Also zum einen, die Menschen, die dort arbeiten, sind einfach Herzensmenschen.
00:30:20: Die haben immer ein Ohr oder ein Gummibeer oder eine andere Überraschung.
00:30:25: Das
00:30:25: kann hilfreich sein.
00:30:26: Also gleich für die Kinder.
00:30:29: Die Mädels, die speziell in der Oase dann oft waren, zu backen, die Johanna und die Hannah.
00:30:35: Das sind zwei FSJ-Rinnen, die haben dort oft gebacken einfach.
00:30:39: Und war für Hannes oft mal Motivation aus seinem Bett zu krabbeln.
00:30:44: Die Bewegung am Anfang war für Hannes unangenehmes Ziet, wenn da Schläuche im Bauch sind.
00:30:49: Und dann sollen wir sich aufrichten und bewegen und laufen.
00:30:53: Und das ist alles komisch.
00:30:54: Man weiß einfach selber nicht so genau, was da Sache ist.
00:30:58: Haben wir immer Schatzsuchen gemacht.
00:31:01: Hannes sucht ganz gerne Schätze.
00:31:02: Und dann gab es auch mal einen Schatz in der Oase.
00:31:05: Gummibäger.
00:31:06: Oder dort gab es auch ganz viele Spiele.
00:31:09: Da kann man den Weg verschönern.
00:31:11: Genau,
00:31:11: richtig.
00:31:12: Hannes hat jetzt das Haus selber gar nicht so arg kennengelernt.
00:31:17: Hätte er gern, weil da gab es einen Keller, nämlich ein Spielzimmer auch.
00:31:21: Aber da war er einfach nicht so fit, dass man da die Treppen laufen hat können.
00:31:26: Aber die Oase war sein Ort.
00:31:27: Und das Zimmer im Haus war den Holger sein Ort.
00:31:32: Auch wenn man mal wieder zu lang im Krankenhaus war und der Bäcker hatte zu, der Supermarkt, gab's dort was zu essen und zu trinken.
00:31:39: Es war immer was im Kühlschrank.
00:31:41: In weder vom Haus oder von den anderen Familien, die gesagt haben, komm her, setz dich mit her.
00:31:47: Ganz wichtiger Punkt ist ja auch ein Ort des Austausches, wenn man möchte.
00:31:52: In die Weits habt ihr den Austausch, das Gespräch mit ... Mit anderen Familien oder wart ihr eher für euch?
00:32:01: Ehrlicherweise waren wir in Erlangen eher für uns oder hatten den Kontakt auf der Station.
00:32:08: Dadurch, dass ich da nicht so viel im Haus war, sondern eben Krankenhaus und Zuhause, war der Holger immer nur zum Schlafen oder halt so.
00:32:15: Das war schon zum Essen, irgendwie was zum Erledigen auch da.
00:32:20: In Fugtareuth war das Ganze ein bisschen anders, denn wir haben auch das Fugtareuth-Haus kennengelernt.
00:32:26: Wunderschönes Haus
00:32:27: auch.
00:32:27: Ein tolles Haus, tatsächlich.
00:32:29: Das ist ein ganz neues Haus dort.
00:32:32: Und da waren wir acht Wochen.
00:32:35: Da haben wir viel Austausch gehabt in der offenen Küche, haben wir viele Leute kennengelernt.
00:32:42: Und auch jetzt noch viel Kontakt zu zwei, drei Familien, der auch geblieben ist.
00:32:49: Du hast das mal so schön auf den Punkt gebracht.
00:32:51: Ich glaube, im Vorgespräch war das, wo du gesagt hast, na ja, ich kann ja meinem Kind nicht sagen, alles wird gut, weil ich weiß es nicht.
00:32:58: Ich weiß es in dem Moment nicht.
00:32:59: Ich würde es gerne wissen und auch garantieren, aber das kann man eben nicht an der Stelle.
00:33:04: Aber was ich kann, ist, und das hast du so schön gesagt, ich kann da sein.
00:33:07: Und das da sein kann ich auf der anderen Seite eben auch nur ... wenn ich eben ein Zuhause auf Zeit habe oder so eine Oase, wie wir sie zur Verfügung stellen, eben einen Ort, der mir immer die Nähe zu meinem eigenen Kind garantiert.
00:33:20: Also in der Hinsicht, glaube ich.
00:33:22: Wann wurde euch das erste Mal bewusst, was für eine große Hilfe diese Rückzugsorte sind?
00:33:29: Ehrlich gesagt, erst auf Dadecha
00:33:32: eigentlich.
00:33:33: Ja?
00:33:33: Ja.
00:33:33: Das kann man gut vorstellen, ihr wart ja so, ihr habt so funktioniert.
00:33:36: Ja,
00:33:36: genau.
00:33:36: Es war dann da, und es war auch gut so, aber wir haben das gar nicht so infrage gestellt und haben gar nicht gefragt, wie das irgendwie so sein kann.
00:33:44: Wir waren froh, dass es so war.
00:33:46: Und tatsächlich erst auf Dareha, zumindest ist es bei mir so, bei meinem ... Ich kann es jetzt tatsächlich nur für mich sagen, erst da war mir bewusst, wie sehr uns das geholfen hat.
00:33:59: Mhm.
00:33:59: Also gerade auf der Reha, es gibt im neurologischen Reha-Bereich, also wir waren auf neurologischer Früh-Reha aufgrund des Schlaganfalls, Hannes seine linke Seite war davon komplett betroffen.
00:34:11: Und dann gingen wir eben, oder musste er auf Reha oder durfte.
00:34:16: Und da gibt es keine familienorientierten Rehas im neurologischen Bereich.
00:34:21: Wir haben gesagt, wir müssen aber zu viert gehen, wir können nicht.
00:34:25: Ich kann die Älla nicht alleine zu Hause lassen.
00:34:27: Und den Hannes alleine lassen kann ich auch nicht.
00:34:31: Also wir müssen zu Fürth gehen.
00:34:34: Und dieses Haus in Fugtareuth hat uns diese Möglichkeit geboten, das genauso zu machen.
00:34:41: Und auch das war für ein Hannes auch ansporen.
00:34:45: Irgendwann ist der Hannes aus seinem Reha-Klinikzimmer raus.
00:34:49: Ich gehe jetzt alleine darüber.
00:34:53: Und er sagte, oh je, mein Mann.
00:34:55: Dann hat er einen Angriff und gesagt, geh mal raus.
00:34:57: Der Hannes läuft alleine jetzt.
00:34:59: Der läuft alleine zu dir darüber.
00:35:03: Und dann kam der tatsächlich alleine rüber.
00:35:06: Das späteste ist, da wusstest du schon, dass er sich sehr wohl fühlt.
00:35:08: Es war tatsächlich
00:35:09: prima, weil wir wussten auf der einen Seite nach dem Schlaganfall nicht, wie er wieder laufen kann.
00:35:16: Also wie kann seine linke Seite wieder aktiviert werden?
00:35:18: Wie kann die wieder aufwachen, haben wir es genannt.
00:35:22: Und er hatte ja auch Angst.
00:35:23: Er wollte nicht alleine sein, nicht ohne Papa, nicht ohne Mama, es war alles fremd.
00:35:29: Und als er da dann alleine rüber gelaufen ist, hat sich jeder, auch die Mädels aus dem Haus, die haben dann gesagt, echt, du bist jetzt alleine rüber gelaufen.
00:35:35: Es hat sich jeder gefreut und er war ganz motiviert und hat es dann auch öfter gemacht.
00:35:39: Gute Zeichen.
00:35:40: Ja, tatsächlich.
00:35:41: Der
00:35:41: Hannes
00:35:42: hat am Ende der Reha-Zeit gesagt, Mama, ich hab drei daheim.
00:35:49: Eins in Erlangen, eins in Vogtareut und ein daheim daheim.
00:35:54: Ach, wie schön.
00:35:54: Also, das muss man wirklich sagen, auch wenn man ihn jetzt fragt, sagt er, Mama, das war doch gar nicht so schlimm.
00:36:02: Also, es
00:36:03: ist eine schöne
00:36:04: Erkenntnis zu hören vom eigenen Kind, dass all diese schwere Zeit im Krankenhaus, in den Häusern ja nicht mehr so, weil da, wo ihr Reha gemacht habt, im Furcht der Reut, ging es ihm ja schon einiges besser, aber trotzdem auf so eine Zeit zurückzublicken und das eigene Kind sagen zu hören, dass es gar nicht so schlimm war, muss für euch ... Wahnsinn emotional gewesen sein und zugleich aber auch wahnsinnig erleichtern, oder nicht?
00:36:27: Ja.
00:36:27: Ich frage mich gerade auch so, jetzt Miocarditis, Herzmuskelentzündung, du hast auch davon gesprochen, dass ihr ja eine Erkältung hattet, gab es auch mal Momente, wo ihr da saßt und euch gedacht habt, haben wir was falsch gemacht?
00:36:41: Ja, haben wir was übersehen, logischerweise.
00:36:44: Inwieweit macht man sich da als Elternteil Vorwürfe, hat sowas überhaupt Platz in der Situation, in der man da so funktioniert?
00:36:52: Und wie geht man damit um?
00:36:53: Wir haben uns oft Vorwürfe gemacht und gesagt, wären wir nur zum Kinderarzt gegangen, hätten wir es vorher erkennen können, auch jetzt teilweise, kommt es immer mal wieder hoch.
00:37:06: Und wir überlegen, hätten wir noch was anderes machen können, obwohl alle Ärzte gesagt haben, selbst wenn ihr zum Kinderarzt gegangen werdet, der hätte das wahrscheinlich gar nicht erkannt.
00:37:19: Hätten wir mal ein paar Tage abquartet.
00:37:21: Und dann kommt er halt noch mal.
00:37:24: Man hätte das nicht erkannt.
00:37:26: Im Normalfall.
00:37:28: Ja, wir versuchen tatsächlich für uns unsere Ängste auch.
00:37:32: In dem Fall ist es eine Angst, wenn so was wiederkommt.
00:37:35: Wie gehen wir damit um?
00:37:37: Egal, welches Kind krank wird, was machen wir dann?
00:37:42: Wir versuchen mit unseren Ängsten, die da sind, umzugehen.
00:37:49: reden drüber.
00:37:51: Wir haben halt im Glauben auch.
00:37:54: Wir haben, ich im Speziellen habe mich festgehalten, an dem Thema Plan A. Für mich gab es nie einen anderen Weg außer Plan A. Das heißt,
00:38:07: diese
00:38:08: Pumpe kam, kommt weg.
00:38:10: Also mit dem Professor Dr.
00:38:12: Dietrich war von Anfang an klar, Wir sind immer noch bei Plan A. Das heißt, wir sitzen im Sommer auf unserer Terrasse ohne Pumpe.
00:38:22: Und wir machen Wasserschlacht in unserem Bach.
00:38:24: Das war der Plan A. Und an dem habe ich mich festgehalten.
00:38:29: Mein Mann hat sich sehr am Glauben festgehalten, immer noch.
00:38:34: Und viele unserer Freunde, unserer Bekannte, Leute, die wir vorher gar nicht so kannten, haben uns in ihre Gebete mit eingeschlossen.
00:38:46: Und ich glaube, das war auch das, was uns geholfen hat, dem Hannes geholfen hat.
00:38:52: Irgendwas gibt es.
00:38:54: Kann sich jeder entscheiden, an was er glaubt.
00:38:57: Das Schutzeggelsinn, ob das Gott ist, ob das eine höhere Macht ist.
00:39:02: Aber es gibt was, was dem Hannes geholfen hat.
00:39:04: Es
00:39:05: ist interessant, was du sagst.
00:39:07: Es ist ja etwas, was ich glaube, ich soll sogar Studien beweisen, dass der Glaube an etwas bewirkt, ob das jetzt ... kann, wie gesagt, jeder für sich selber entscheiden, ob das ein Art Placebo-Effekt ist oder ob es da wirklich etwas gibt, jemanden gibt, wie auch immer.
00:39:22: Der feste Glaube und der starke Glaube hat bei euch da viel geholfen und offenbar ja auch in der Frage bzw.
00:39:29: in dem Umgang mit der Frage nach dem Warum-Welt.
00:39:31: Das ist ja immer so das, was einen echt kaputt machen kann, weil die Antwort eigentlich nie da ist oder man eben keine Antwort bekommt, wie gesagt, oder sie nicht zufriedenstellend ist.
00:39:43: Nimm uns mal ein bisschen mit auch in diesen Alltag, der ja dann plötzlich komplett neu ist.
00:39:48: Du ziehst jetzt um innerhalb von Sekunden einer Nacht ins Krankenhaus mit den paar Sachen, die du da gepackt hast.
00:39:55: Und dann lebst du im Krankenhaus für mehrere Wochen, ohne zu wissen, was eigentlich passiert.
00:39:59: Dein Kind ist ja gesund, braucht dann eine Herztransplantation oder wie auch immer.
00:40:03: Wie da sah dann so ein Klinikalltag für euch aus.
00:40:07: Also, das war ein bisschen unterschiedlich.
00:40:10: Bei mir war es so, dass ich meistens gegen Neuen gekommen bin.
00:40:13: Da waren die Männer dann beim Frühstück.
00:40:16: Als es dem Hannes einigermaßen gut ging mit Pumpe, gingen die Männer auch ab und zu zum Frühstücken in den Stadtpark.
00:40:24: Hannes hatte so ein Baggie, da konnte er sich reinsetzen.
00:40:27: Da konnte man den Akku für die Pumpe quasi mitnehmen, draufstecken auf den Baggie und dann sind die los.
00:40:34: Und dann da die ... Frühlingssonne-Genossen sind in den Botanischen Garten und haben die Schildkröten gesucht.
00:40:41: Also alles, was irgendwie Spaß macht und Abwechslung in den Alltag bringt.
00:40:46: Wir haben viel gelesen, wir haben viel Lego gebaut.
00:40:50: Also wir haben eine ganze Lego-Sammlung zu Hause mittlerweile.
00:40:56: Die Cafeteria war auch so ein Ort.
00:40:59: Da gab es immer die Wienerle von Hannes, Wienerle mit Ketchup.
00:41:02: Auch da die Cafeteriatanten, die haben dem Hannes immer schon ein Wienerle beiseite gelegt und gesagt, oh, brauchte wieder eins.
00:41:09: Wenn wir kurz bevor die Zug macht, haben sie gesagt, ich hab da noch eins, können wir eins haben für Notfall.
00:41:15: Also man baut sich letztlich, fangsläufig, so seine eigene Welt mit den verschiedenen Bezugsorten, Bezugspersonen und so weiter auf.
00:41:23: In denen man auch Halt findet.
00:41:25: Genau,
00:41:25: auf Videotherapeuten.
00:41:27: Dann gab es auch zwei, drei Familien, die auch mindestens genauso lang auf der Station waren.
00:41:35: Die ähnliche Schicksale haben, mit denen man sich dann anfreundet auch.
00:41:40: Die Kinder waren teilweise in einem ähnlichen Alter.
00:41:42: Das hat dann auch gut funktioniert dann.
00:41:45: Und die haben sich mal unterhalten, haben gespielt.
00:41:48: zusammen die Wasserschlacht im weitesten Sinne.
00:41:52: Mit so kleinen Spritzpistolen auf dem Balkon und haben runtergespritzt und haben versucht, die Gäste des Botanischen Gartens nass zu spritzen.
00:42:03: Solche Situationen gab es natürlich auch.
00:42:05: Gott sei Dank, die dann lustig waren, die nicht nur schlimm waren, sondern man muss auch fürs Kind trotzdem stark sein.
00:42:14: Ja, das ist, glaube ich, die größte Herausforderung, in der Zeit seinem Kind so wenig Angst wie möglich zu machen, obwohl man selbst voll davon ist.
00:42:23: Und das habt ihr gemeinsam geschafft, weil ihr einfach
00:42:27: so ein
00:42:28: starkes Team seid.
00:42:30: Oder wo hast du die meiste Kraft gezogen in der Zeit?
00:42:33: Ich weiß es nicht.
00:42:35: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.
00:42:37: Also... Wir haben gut funktioniert, mein Mann und ich.
00:42:40: Wir haben viel Unterstützung gehabt.
00:42:41: Und ich glaube, dass genau das uns auch die Kraft gegeben hat.
00:42:47: Wir uns selber die Kraft gegeben haben gegenseitig.
00:42:50: Wie gesagt, mein Mann ist sehr gläubig.
00:42:52: Der war ganz oft in der Kirche.
00:42:55: Und ich glaube, das hat ihm viel Kraft gegeben.
00:42:58: Und auch die Familie, sein Bruder, meine Schwestern, die Omas und Opas, also unsere Eltern.
00:43:06: viele, die einfach unser Schicksal mit verfolgt haben.
00:43:09: Also es ist am Dorf einfach so, die Feuerwehr hat abgesperrt, als der Hubschrauber kam am achten März.
00:43:15: Und insofern wussten viele Leute, was bei uns los war, die sich gemeldet haben und auch einfach die Kraft geschickt haben.
00:43:22: Einfach nur, ich denk an euch und ich bete und ich drück euch die Daumen.
00:43:29: Ihr habt ja beide zum Glück da sein können, ja, aufgrund von verschiedener Umstände, aber natürlich ist erstes, was man sich so fragt, als Außenstehender, wir habt ihr das überhaupt berufliche bekommen.
00:43:38: Klar, habt ihr jetzt ein starkes Umfeld gehabt, Oma und Opa konnten mithelfen, aber Berufsleben, wir habt ihr das mit der Arbeit gemacht?
00:43:47: Also ich war und bin noch in Elternzeit und bei meinem Mann, den sein Arbeitgeber hat, prima mitgemacht sozusagen, wir haben da am zehnten März angerufen.
00:43:58: Das war dann der Montag.
00:44:01: Wir haben gesagt, er kommt erst mal nicht bis auf weiteres.
00:44:05: Wir wussten nicht, was Sache ist.
00:44:08: Wir wussten ja selber nicht.
00:44:08: Es war für uns auch alles eine furchtbare Situation.
00:44:12: Und keiner konnte irgendwas einschätzen.
00:44:15: Und die haben aber tatsächlich mega gut mitgemacht.
00:44:19: Im Sinne von, sie haben eine Vertretung für ihn gefunden, der seinen Platz dort erst mal eingenommen hat.
00:44:27: Lass uns mal über Ella sprechen, weil ja eben, das ist ja auch in so einer Zeit funktioniert man total.
00:44:34: Man kann ja auch gar nichts anderes tun, als sein Fokus völlig auf das Kind auszurichten, zwangsläufig, dem es nicht gut geht.
00:44:41: Wann habt ihr so das Bewusstsein entwickelt?
00:44:43: oder war das vielleicht von der ersten Sekunde auch schon so, dass ihr gesagt habt, naja, warte mal, es gibt ja noch Ella.
00:44:49: Die dürfen wir nicht vergessen, die müssen wir immer mitnehmen.
00:44:51: Gab ja sicherlich auch ganz viele Momente, wo du vielleicht mal anrufen musstest zu Hause und sagen musstest, du Mama oder Papa, sag mal, Ella, wieder, dass ich nicht zum Abendessen kommen kann, weil ich es nicht schaffe.
00:45:03: Und du hast aber so das Gefühl, boah, ich muss doch irgendwie auch für das andere Kind, nicht umsonst heißen sie oftmals in solchen Situationen auch Schattenkinder, da sein.
00:45:13: Wie schwer war das für euch, auch oftmals eben für Ella nicht da sein zu können, obwohl ihr es wolltet?
00:45:19: ist natürlich eine ganz schwierige Zeit.
00:45:22: Der Holger und die Ella haben sich immer nur kurz gesehen, kurz an Hannes Geburtstag, wenn Ella da war, kurz, als sie mal tatsächlich auf Besuch da war oder an Ostern.
00:45:34: Deswegen war das für Holger noch schlimmer als für mich.
00:45:38: Ich habe die Ella... immer nachts gehabt.
00:45:41: Sozusagen hat sich immer an mich hingekuschelt.
00:45:44: Und auch das Abendritual und auch im Morgenritual sozusagen war da.
00:45:50: Aber du hast recht.
00:45:51: Ich habe oft angerufen und gesagt, Mama, oder Schwiegermama, kannst du schon mal rüberfahren und die Ella-Bett fertig machen, bis ich komme.
00:46:00: Oder heute kannst du sie auch bitte noch hinlegen.
00:46:05: Es wird wieder später.
00:46:07: Das ist natürlich da.
00:46:09: Und auch ein schlechtes Gewissen ist natürlich da gegenüber der kleinen Maus.
00:46:14: Aber sie hat das mega gut mitgemacht.
00:46:16: Man muss auch sagen, die Omas und Opas waren immer da für die Ella.
00:46:22: Und sie hat dadurch natürlich auch ihre Bezugspersonen gehabt.
00:46:28: Auch wenn die Mama erst mal weg war oder der Papa.
00:46:32: Und das hat tatsächlich auch gedauert, bis Ella und Papa sich wieder angenähert haben.
00:46:38: Ich gehe lieber zur Mama.
00:46:40: Also das hat auch ein bisschen gedauert tatsächlich.
00:46:42: Also auf Reha war das dann erst mal so eine Annäherungszeit, bis das wieder gut funktioniert hat.
00:46:48: Also weil du es gerade ansprichst, diese Zeit im Ronald McDonald Haus in Vogtereuth, war ja dann dementsprechend auch nach all dem, was da passiert ist so wahnsinnig wichtig für euch, weil ihr ja als Familie auch dann eben zuviert, als komplette Familie, wieder euren Alltag und all das Leben konnte, was ihr eben vor dem achten März auch schon so kannte oder nicht?
00:47:10: Nicht ganz, also wir waren schon trotzdem getrennt voneinander.
00:47:14: Der Holger und der Hannes waren im Klinikzimmer und die Ella und ich waren im Apartment von Ronald McDonald Haus.
00:47:23: Und sobald es ... gingen, waren die natürlich bei uns, die Männer, zum Frühstücken, zum Abendessen, teilweise zum Mittagessen.
00:47:31: Aber zu den Therapien natürlich in der ... in der Klinik.
00:47:36: Und da haben wir uns aber abgewechselt.
00:47:38: Und mal bin ich mit dem Handels zu den Therapien, mal der Holger, sodass eben auch Ella und Holger sich wieder annähern konnten.
00:47:46: Ja.
00:47:46: Ich kann mir vorstellen, dass Ella wahrscheinlich auch so die Rolle, die Geschwisterrolle ... dann adaptiert hat, oder?
00:47:53: Zu Hannes.
00:47:54: Also, dann plötzlich ist sie vielleicht zur starken Schwester geworden, oder wie hat das ausgesehen?
00:48:01: Würde
00:48:01: sagen, so eine kleine Therapeuten.
00:48:02: Eine
00:48:02: kleine Therapeuten gleich.
00:48:04: Und
00:48:05: wie hat sich das ausgedrückt?
00:48:06: In dem Alter geht man natürlich ganz unbefangen an Sachen ran.
00:48:10: Die weiß nicht, wie schlimm das ist, oder waren ja ganz viele andere kranke Kinder auch da mit unterschiedlichen Krankheitsbildern.
00:48:18: Und Ella hat immer gesagt, was hast du?
00:48:20: Und was ist denn das?
00:48:21: Und wie geht denn das?
00:48:22: Und tatsächlich ist sie dazu zu jedem hin.
00:48:24: Aber die Eltern waren auch alle sehr, sehr offen.
00:48:27: Und auch mit dem Hannes.
00:48:28: Hannes, fang mich doch.
00:48:31: Und der Hannes lief
00:48:32: los.
00:48:32: Genau.
00:48:33: Und der Hannes lief los.
00:48:35: Und dann ist da mit dem Roller gefahren und die Ella mit dem Laufrad.
00:48:39: Da musste sich dann auch anstrengen, allein die Hand auf den Rollergriff zu fixieren.
00:48:48: Das waren alles schwierige Sachen für den Hannes.
00:48:51: Sich anzuschubsen, Gleichgewicht zu halten.
00:48:54: Aber er konnte ja nicht anders.
00:48:55: Er muss der Räller hinterher.
00:48:57: Also egal, was war, die Räller hat ihn herausgefordert.
00:49:01: Und er hat die Herausforderung angenommen.
00:49:03: Also in dem Fall ist ein Geschwisterkind tatsächlich eine gute Therapeute.
00:49:08: Eine
00:49:08: Bereicherung und für sie auf eine ganz eigene Art und Weise auch über sich hinausgewachsen.
00:49:13: Definitiv, ja.
00:49:14: Das ist doch schön zu hören.
00:49:16: Ich glaube, das ist immer ganz, ganz schwierig, mehrere Kinder dann in so einer Situation unter einen Hut zu bekommen, wenn man so sagen will.
00:49:24: Jetzt sind wir so ein bisschen, sag ich mal, fast schon ausgestiegen aus der Geschichte an der Stelle, wo Hannes dann den Schlaganfall hatte.
00:49:32: haben wir jetzt schon gesagt, es ist zum Glück alles gut gegangen.
00:49:37: Wenn wir auch noch mal zurückblicken auf diese Zeit, das war ja wahnsinnig viel Ungewissheit dabei.
00:49:42: Ihr wusstet ja ganz oft nicht, wie es weitergeht.
00:49:45: Zum einen überlebt er überhaupt, wenn er überlebt mit Herztransplantation oder mit eigenem Herzen und dann eben auch, er wacht auf, einseitige Lähmung, man weiß nicht genau, bleibt das so immer, ist da noch ein bisschen mehr dahinter, ist das nur motorisch.
00:50:03: Wie schafft man das, diese Zeit der Ungewissheit zu überbrücken?
00:50:07: Es ist ja eine Sache, wenn man eine ganz klare Diagnose hat und auf der anderen Seite aber immer so in der Luft zu hängen, das ist schon, das stelle ich mir wahnsinnig anstrengend und zermürbend vor.
00:50:18: Ehrlich gesagt, habe ich das alles nicht zugelassen.
00:50:21: Ja, ich weiß, das war so und das hat jeder gesagt.
00:50:25: Ich kann ja nicht sagen, wie es weitergeht.
00:50:27: Ich kann ja nicht sagen, wann, wie und wo was passiert.
00:50:30: Aber ich komme auf den Plan A zurück.
00:50:32: Immer und immer wieder.
00:50:35: Es gab nur Plan A. Und an diesem Plan A hab ich mich festgehalten.
00:50:42: Egal, was war, es war immer Plan A. Und am Schluss ist auch Plan A eingetreten.
00:50:50: Zwar mit vielen Abzweigungen noch mal, also anders als gedacht.
00:50:55: Aber es ist Plan A eingetreten.
00:50:58: Was hast du in der Zeit eigentlich über dich selbst gelernt?
00:51:01: Also ich meine, hättest du jemals gedacht, dass du so viel Kraft und Stärke aufbringen kannst, eben auch dieser Fokus auf dieses Bild, was du da beschreibst, was ja dann auch passiert ist.
00:51:11: Aber ich meine, wir kennen uns jetzt so kurz, ja, warst du schon immer so eine starke Person, die gesagt hat, es gibt nur diesen einen Weg für mich und den erreiche ich dann auch.
00:51:23: Ehrlich gesagt, glaube ich es nicht.
00:51:24: Ich weiß es nicht.
00:51:26: Müssen wir jetzt jemand anderem fragen?
00:51:28: Müssen wir so drum herum fragen?
00:51:29: Was hast du über dich über euch als Familie gelernt, erkannt, mitgenommen?
00:51:36: Dass
00:51:36: wir mega stark sind.
00:51:38: Wir sind mega stark und wir können alles schaffen, wenn wir zusammen sind.
00:51:45: Das ist ganz klar.
00:51:46: Und wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis im Umgang mit all der Angst und Sorge, die man ja jetzt automatisch in sich trägt, weil man ja wahrscheinlich mehr Angst hat, denn je das wieder irgendwas passieren könnte, oder?
00:51:58: Also dieses Geräusch mache ich ganz oft.
00:52:02: Wenn ich irgendeine Ahnung, der springt jetzt zwei, drei Treppen runter von der Haustür nach unten und ich sag, bitte lauf langsam, bitte lauf vorsichtig, bitte.
00:52:12: Und dann hört man ein, weil er aufkommt unten.
00:52:17: Also das mache ich grad ganz oft.
00:52:19: Ist alles in Ordnung.
00:52:21: Also erst mal so ein kleiner Schreck.
00:52:24: Aber wir müssen einfach uns grad in den Alltag, in der Normalität wieder einfinden, wo wir sagen, ja, er darf das.
00:52:34: Er ist ein ganz normales Kind, ein ganz normales, sechsjähriges Kind, der will sich bewegen.
00:52:41: Und er darf sich auch bewegen.
00:52:42: Er muss sich sogar bewegen.
00:52:44: Er muss sein Erfahrungen machen und sich vielleicht auch mal wieder wehtun und so.
00:52:47: Aber alles natürlich in der richtigen Dimension, hoffentlich.
00:52:49: Aber ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass man da als Elternteil ja dann auch kämpft, damit sein Kind nicht zu doll, sag ich mal, beschützen zu wollen.
00:52:59: In dem Sinne, dass es dann so ein... So ein Helikoptermechanismus ergibt.
00:53:04: Und man das Kind gar nicht mal irgendwas machen lässt, weil man immer Angst hat, dass da was passiert.
00:53:09: Und auf der anderen Seite eben das, was du beschreibst.
00:53:11: Das ganz normale Aufwachsen ermöglichen mit all dem, was eben so da draußen passieren kann.
00:53:17: Das stelle ich mir sehr schwer vor.
00:53:19: Ist es auch tatsächlich.
00:53:21: Natürlich mit jeder Woche, die vergeht, versuchen wir ein bisschen lockerer zu werden.
00:53:28: Ich hoffe, uns wird's gelingen.
00:53:31: Ganz wichtig, denn es geht ja positiv weiter.
00:53:34: Das ist ja eine Mutmachgeschichte.
00:53:37: Hannes ist aufgewacht, hatte diese halbzeitige Lähmung und dann schaffte es aus eigener Kraft, ein bisschen in die Brücke zu gehen.
00:53:44: Und es geht ja dann positiv weiter.
00:53:46: Das heißt, wie geht es Hannes jetzt?
00:53:49: Also, welche Beschwerden hat er denn noch oder hat überhaupt noch Beschwerden?
00:53:53: Ja, also erst mal Hannes geht's gut.
00:53:58: Er ist ein... Ich nenne das normaler sechsjähriger Junge.
00:54:03: Er hat noch Auswirkungen im Sinne von der linke Arm und die linke Hand betroffen.
00:54:11: Von der Kraft, von der Ansteuerung und von der Feinmotorik.
00:54:15: Die sind noch eingeschlafen.
00:54:18: Nennen wir das für ihn und mit ihm.
00:54:21: Und wir wecken ihn nach und nach auf.
00:54:24: Die Therapeuten in Fugtareuth haben da schon ganz viel Gutes bewirkt, mit und bei Hannes.
00:54:30: Und wir machen zu Hause weiter.
00:54:32: Wir bauen selber Trainingsgeräte, die Spritzpistole.
00:54:36: Als im Sommer gibst du so ... Spritzpistolen, die aus Schaumstoff sind, einfach nur so Längliche, die man die Hand nimmt, einmal aufzieht.
00:54:45: Ja,
00:54:45: natürlich.
00:54:46: Jetzt war
00:54:46: die Arbeit zu groß für die Hand vom Hannes.
00:54:50: Dann hat der Holger einfach einen Taschenmesser genommen und hat das abgeschnitzt, dass er das gut in die Hand nehmen konnte.
00:54:55: Und schon musste er diese Bewegung machen.
00:54:57: Schon hatten wir ein Therapiegerät.
00:54:59: Und die Nerve wurde auch umgebaut, dass er die nehmen kann.
00:55:04: Was halt Motivation für ein Hannes ist.
00:55:07: Er darf in Kindergarten gehen.
00:55:09: Super.
00:55:11: Natürlich sind wir weiterhin in Physiotherapie und Ergotherapie.
00:55:14: Und auch zu Hause sind wir Therapeuten, die Ella und der Papa, ich.
00:55:19: Und er macht aber selber auch ganz viel aus dem Spiel heraus.
00:55:25: Lego spielen das prima, Playmobil spielen das prima, alles was er so ganz klein in die Hand nehmen
00:55:30: muss.
00:55:32: Also er ist auf einem richtig guten Weg, ja, wieder ganz der alte, wenn man so sagen möchte, zu werden.
00:55:38: Jetzt haben wir ja, ja Weihnachten steht kurz vor der Tür, das ist ja das Familienfest schlechthin.
00:55:44: Jetzt habt ihr die Erfahrung ja leider schon machen müssen, wie es ist, auch ein Familienfest wie Ostern zum Beispiel, als der erzählt.
00:55:51: im Krankenhaus verbringen zu müssen, wie wird dieses Weihnachtsfest für euch?
00:55:55: Also ich meine, das muss ja einen ganz anderen Stellenwert haben.
00:55:59: oder wenn man jetzt alles durchgemacht hat und da sitzt im Kreise der Familie und nochmal vielleicht reflektiert, wenn man das überhaupt kann an der Stelle.
00:56:08: Wie sehr freust du dich auf dieses Weihnachtsfest?
00:56:10: Oder gibt es vielleicht sogar auch ... Ich weiß nicht, ob man vor so was Angst haben kann, weil es vielleicht zu emotional wird.
00:56:16: Ich weiß es nicht genau.
00:56:17: Sag mir, wie du siehst, wie sehr freust du dich auf Weihnachten dieses Jahr?
00:56:21: Ich freue mich schon.
00:56:23: Weil sich der Hannes auch so sehr drauf freut.
00:56:25: Wie jedes Kind freut sich Hannes und Ella auf das Christkind.
00:56:30: Und allein ... Das lässt uns auch freuen.
00:56:35: Es ist so, dass bei uns an Weihnachten die Familie immer zusammenkommt, bei uns alle am vierundzwanzigsten sind.
00:56:41: Bei uns zu Hause, meine Eltern, Holgers Eltern.
00:56:43: Meine Schwestern kommen aus dem Chiemgau, die sind dann auch mit dabei.
00:56:47: Und dann feiern wir.
00:56:49: Und die nächsten Tage auch.
00:56:50: Bei den einen Omas, bei der anderen, mit Holgers Bruder und alle kommen zusammen.
00:56:55: Und ja, natürlich wird's emotional sein.
00:56:58: Aber das ist jetzt was, was zu uns gehört.
00:57:03: Die Geschichte gehört zu uns zu Hannes.
00:57:06: Und wir freuen uns einfach nur, dass wir genauso zusammen sein können.
00:57:12: Und genauso zu Hause auch zusammen sein können, also beides.
00:57:16: Also hat dieses Erlebnis euch natürlich als Familienmeer denn je zusammengeschweißt und dieses Gefühl der Dankbarkeit und das nicht alles für selbstverständlich nehmen, ist natürlich ins Unermessliche gestiegen.
00:57:27: Ja,
00:57:28: das glaube
00:57:29: ich.
00:57:29: Jetzt brauchen wir an der Stelle ... Noch etwas als Alternative zu Plan A. Denn Plan A hat sich ja schon erfüllt.
00:57:37: Jetzt brauchen wir noch mal einen Plan, genau.
00:57:39: Weil ich bin mir sicher, dass du, so wie du das erzählst, so wie du gestrickt bist und so stark du bist, hast dir bestimmt schon noch mal eine andere Vision, ein anderes Bild hingestellt.
00:57:48: Oder wo du sagst, okay, das haben wir jetzt geschafft, den Sommer auf der Terrasse gemeinsam zu verbringen, da unsere Wasserspiele zu machen.
00:57:55: Was ist das nächste Bild, wo du sagst, und das wünsche ich mir, dass das einfach irgendwann mal.
00:58:01: So ist.
00:58:02: Oder bist du schon da, wo du sein möchtest und bist einfach nur dankbar, dass es so weit gekommen ist und sie sich so gut entwickelt hat?
00:58:09: Tatsächlich.
00:58:10: Also ich bin mega dankbar und mega froh, dass wir da sind, wo wir sind, dass wir zusammen unser Leben leben können, dass der Hannes ein so weit gesundes Kind ist.
00:58:24: Klar müssen wir immer wieder zu Untersuchungen, aber erst mal ist alles, alles gut.
00:58:30: Und dafür bin ich sehr dankbar.
00:58:32: Natürlich wird es Herausforderungen geben, denn der Hannes sagt jetzt schon, Mama, wir waren so lange nicht im Urlaub.
00:58:39: Können wir nicht mal in den Urlaub fahren?
00:58:42: Das ist schon genau eine Vorstellung.
00:58:44: Aber der Papa und ich, wir müssen erst mal mit anderen Dingen klarkommen.
00:58:47: Hat er schon gesagt, wohin er möchte?
00:58:48: Deswegen
00:58:49: wird das so eine Herausforderung.
00:58:51: Vietnam und Kanada stehen so im Raum.
00:58:53: Ach
00:58:53: so, okay, so gleich.
00:58:55: Ich dachte, er will einfach nur Strand und Meer haben, aber gleich genaue Orte.
00:58:58: Er ist auch mit den Bergen zufrieden.
00:59:00: Aber was halt so Kinderwünsche und Vorstellungen sind, die da wenig Restriktion haben.
00:59:05: Das ist so gut so.
00:59:06: Das soll ja auch groß träumen.
00:59:07: Das ist doch alles wunderbar.
00:59:10: Gibt es etwas, was du den Menschen, die uns jetzt zuhören oder zu schauen, auch mitgeben möchtest?
00:59:16: Weil wie gesagt, Mut macht Geschichten, etwas ein Erkenntnis, eine Botschaft an Menschen, die jetzt eben zuhören und vielleicht in ähnlicher Situation sind, bevor wir dann auf deine schöne Aussicht kommen.
00:59:28: Also ich würde sagen, am wichtigsten ist nie die Hoffnung und nie den Glaube verlieren.
00:59:35: sich selber Dinge zutrauen, denn man ist stärker, als man selber denkt.
00:59:43: Man kann ganz viel schaffen und dabei hilft einem Glaube und Hoffnung.
00:59:48: Und selbst wenn man mal nicht stark ist, kann man sich das auch eingestehen und sich Hilfe holen.
00:59:53: Es ist nichts Schlimmes.
00:59:57: Man muss da auch die Kraft und den Mut haben, genau das sich zu trauen.
01:00:01: Schön gesagt.
01:00:02: Dann blicken wir jetzt nach vorne.
01:00:04: in einer hoffentlich nur gesunde und positive Zukunft.
01:00:08: Und da unser Podcast ja immer Zimmer mit Aussicht heißt, wollen wir wissen, was deine schöne Aussicht ist.
01:00:14: Ich glaube, du wirst jetzt sagen, ich lebe einfach nur noch von Tag zu Tag und bin froh, dass alles so ist, wie es ist und sich so entwickelt.
01:00:21: Und das verstehe ich auch absolut, dass man gar nicht so groß in die Zukunft planen möchte.
01:00:25: Und vielleicht ist es ja auch etwas, worauf du dich jetzt einfach freust, was vielleicht sogar morgen schon passiert.
01:00:29: Was ist deine schöne Aussicht momentan in deinem Leben?
01:00:33: Worauf du dich freust und was du mit uns teilen willst.
01:00:36: Also die schönste Aussicht für mich ist, dass wir zuführt gemeinsam unser Leben leben können.
01:00:43: Dass der Hannes jeden Morgen gerade in unser Schlafzimmer kommt und uns erschrickt.
01:00:50: Dass wir lachen, dass wir Quatsch machen, dass wir streiten.
01:00:56: Und dass die nächsten Jahre Jahrzehnte einfach so weit und so langs geht.
01:01:04: Das ist meine schönste Aussicht.
01:01:06: Dann wünschen wir euch das von Herzen, dass ihr alle gesund bleibt und dass es nur noch dieses Bild gibt.
01:01:15: Als euch, als Familie, als glückliche, gesunde, strahlende Familie.
01:01:19: Judith, vielen herzlichen Dank für diese bewegende und zugleich bemerkenswerte Geschichte für alle Stärke, die ihr da bewiesen habt und beweist auch jeden Tag.
01:01:28: Und wir wünschen natürlich dem kleinen Hannes, dass es ihm weiterhin immer besser geht und dass er gesund bleibt, ihr gesund bleibt.
01:01:37: Wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest.
01:01:39: Ja, und ich bedanke mich ganz, ganz herzlich, dass du die Kraft gefunden hast, hierherzukommen und deine Geschichte zu teilen.
01:01:46: Vielen Dank.
01:01:47: Sehr gerne.
01:01:49: Ja, und genau das wünsche ich euch auch natürlich an der Stelle, denn... Weihnachten steht vor der Tür und das ist das feste Liebe, das ist das feste der Familie und deshalb schöne, erholsame Stunden.
01:02:00: Vielen Dank für's Zuschauen und zu hören.
01:02:03: Wir sehen uns, hören uns im nächsten Jahr wieder und das hoffentlich allesamt gesund und munter.
01:02:09: Es ist eine neue Ausgabe von Zimmer mit Aussicht.
01:02:12: Alles Liebe.